Ein Dom für Wittenberg

„Menschenlehre verkündigen die, die sagen, dass die Seele aus dem Fegefeuer emporfliege, sobald das Geld im Kasten klingt.“ So heißt es in Martin Luthers 27. These. Den Kasten zum Einsammeln des „Ablassgeldes“ kann man in Wittenberg in der sog. „Lutherhalle“ bis heute besichtigen. In Brandenburg sammelte der berühmt-berüchtigte Johann Tetzel im Auftrag seines Dienstherrn, Erzbischof Albrecht von Hohenzollern, besonders beflissen und unnachgiebig. Dieser sehr nachdrücklich auf die Geldtruhe pochende Einsatz ging maßlos über das in der katholischen Dogmatik abgesteckte Szenario eines Ablasses hinaus.

Die Resultate dieses Eifers sind bekannt und noch heute erlebbar: Es ist die betörende Schönheit einer „Sixtinischen Kapelle“ im Vatikan. Mit dem „Peterspfennig“ wurde durch Finanzgebaren, wie denen des Tetzel, die atemberaubende Ausgestaltung der Sixtina durch Künstler wie Michelangelo oder Boticelli möglich.

Das andere Resultat war, dass Martin Luther mit 95 Thesen 1517 eine Diskussion beginnt, die abseits aller akademische Gefilde plötzlich dort Raum greift, wo der Peterspfennig gesammelt wurde – im alltäglichen Leben, auf Plätzen und Straßen. Der Rest ist bekannt…

Nun wird wieder gesammelt! Ausgerechnet bei uns, den Evangelischen. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will Ihr Geld! Jetzt! Sofort! Dabei hat der evangelische Präses Peter Beier doch anläßlich der Wiedereinweihung des Berliner Domes unmißverständlich gesagt: „Gottes Wort braucht keine Dome“. Nun bittet uns unser Bischof Dr. Markus Dröge um den Betrag von EUR 1,50 pro Gemeindeglied.

Wozu das denn? Wozu wird Ihr Geld so dringend gebraucht?

Ja, Sie vermuten schon richtig. Das Geld wird für ein Bauwerk gebraucht. Für einen Dom, wenn Sie so wollen, oder eine Kathedrale, prachtvoll ausgestaltet mit Baumaterial aus der Region und von weltweiter Herkunft. Denn wir haben in Berlin und Wittenberg die einmalige Chance einen atemberaubend schönen Kirchbau zu errichten: Vom 24. bis 27. Mai 2017 wird der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag stattfinden.

Wir sind Gastgeber für die Welt anlässlich des 500. Reformationsjubiläums. Wir können mit dabei sein, wenn in den Tagen über Himmelfahrt 2017 ein gigantischer Dom entsteht: Ein Bau aus lebendigen Steinen. Die Zusammenkunft von Christinnen und Christen von nah und fern. Ein Sakralraum von ökumenischer Weite – gebaut nur aus Menschen. So kann dann dieser Bau aus uns selbst dort entstehen, wo Jesus auch selbst predigte, auf den Straßen und Plätzen. Uns allen aber gilt die Einladung und Verheißung des Herrn dieses Baus:

„Zu Christus kommt als dem lebendigen Stein … und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum Hause.“
(1. Petrus 2,4f.)

Angesichts dieser Chance bitten wir Sie mit Sammeleifer um EUR 1,50 pro Gemeindeglied. Den Anfang dieser Sammlung machen wir beim „Geburtstag der Kirche“ am Pfingstsonntag. Spenden unter dem Stichwort „Kirchentag 2017“ können auch auf das Konto Ihrer Gemeinde oder bar in Ihrem Evangelischen Pfarramt eingezahlt werden.

Die Kreissynode Falkensee (Pfarrer Martin Burmeister, Schönwalde)