Anna Klohs

Den Blick auf das Schöne und Gute gerichtet und zu Gott gefunden

In der Osternacht 2009 ist es feierlich in der mit Kerzenschein beleuchteten Dorfkirche. Die Gemeinde lauscht einer jungen Frau, die mit zartem Sopran ein anrührendes Lied singt. Minuten später steht eben diese Frau vor dem Taufbecken und lässt Gott und Gemeinde ihr Ja zur Taufe hören. Anna Klohs, damals gerade 18 Jahre alt, trat an jenem Abend entschlossen und glücklich der Gemeinschaft Jesu Christi bei.

Anna war schon immer ein aufgeweckter und interessierter Mensch. Bereits als Kind begei­ster­te sie sich für Literatur und Musik. Besonders die Epoche der Romantik, in der die  Religion eine große Rolle spielte, faszinierte sie. Durch die Lektüre lernte sie, wie wichtig es ist, dass man den Blick auf das Schöne und Gute gerichtet hält, wenn man dem Bösen und Dunklen begegnet. Zu jener Zeit war es auch, als – wie Anna selbst sagt – Gott zu ihr kam. Dass sie sich ihm nicht versperrte, lag zum großen Teil an ihrer Freundin Helen. Von ihr erfuhr sie viel über das Christentum und bekam erste Orientierungshilfe auf ihrer religiösen Erkundungstour. Sie besuchte nun regelmäßig die Gottesdienste, trat dem Bibelgesprächskreis bei und erkannte in der Literatur und Musik viele Facetten des Glaubens. Der Grundstein war gelegt. Anna spürte, wohin sie wollte, und blieb sich treu. Nach 3-jähriger Erkundungs- und Lernzeit, in der sie auch von ihrer Gesangslehrerin, der Kammersängerin Eva-Maria Bundschuh, intensiv begleitet wurde, wurden ihre Vorstellungen von dem Weg, den sie gehen wollte, konkret. Mit Pfarrer Bernhard Schmidt begann sie, sich in intensiven Gesprächen auf die Taufe vorzubereiten. Aus ihren ersten undeutlichen religiösen Empfindungen wurden nun feste Überzeugungen, für die es einzustehen galt. Nicht immer war das einfach. In der Schule hielt man sie für altmodisch, für etwas sonderbar, und hin und wieder begegneten ihr auch offene Anfeindungen. Doch wirklich aggressiv waren ihre Mitschüler dabei nicht, eher herausfordernd, irritiert. Vielleicht spürten sie ja, dass Anna sich hinter einem unsichtbaren, aber undurchdringlichen Schutzschild befand.

Inzwischen ist Anna zu einem aktiven Gemeindeglied geworden. Ihre jugendliche Frische und Fröhlichkeit sind ansteckend, ihre persönlichen Beiträge bereichernd. So sang sie zuletzt im Ostergottesdienst zwei Lieder von Johann Sebastian Bach. Wir hoffen mit ihr, dass sich ihr Traum von einem Gesangstudium erfüllen wird, und wünschen ihr allezeit Gottes Segen.