Zur Eröffnung der Dorfkirche Zeestow als erster Autobahnkirche am Berliner Ring

Am 22. Juni 2014 wird die zu unserem Kirchenkreis Falkensee gehörende Dorfkirche in Zeestow, die zur 1. Autobahnkirche am Berliner Ring ausgestaltet wurde, nach nur 5 Jahren Vorbereitungs- und Bauzeit und 40 Jahre nach ihrer letzten Nutzung als Kirche der Öffentlichkeit übergeben.

Anlässlich dessen findet am Sonntag, den 22.6.2014, ein feierlicher Gottesdienst um 14.00 Uhr statt, in dem der evangelische Landesbischof Bischof Dr. Markus Dröge die Predigt halten wird, der bekannte Geschichtenerzähler Jochen Westhof eine Apostel-Geschichte erzählt und die Dauerausstellung des Bilderzyklus „Die Berufenen“ von Professor Volker Stelzmann eröffnet wird. Der Gottesdienst wird visuell und akustisch in ein Festzelt übertragen, so dass jeder und jede herzlich eingeladen ist. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es Kaffee und Kuchen, organisiert vom Förderverein Autobahnkirche Zeestow e.V.

Unter den Gemälden von Volker Stelzmann befinden sich QR-Codes, mithilfe derer sich die Besucher die von Jochem Westhof erzählten biblischen Geschichten auf ihren Smartphones anhören können – entweder in den Kirchenbänken oder auf der Weiterfahrt.

Die gesamte Renovierung hat über 1 Mio. Euro gekostet, wofür Mittel von der EU, der Bundesregierung, dem Land Brandenburg, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, der Landeskirche, dem Kirchenkreis Falkensee, von Vereinen und der Kirchengemeinde Zeestow sowie der Stiftung KIBA eingeworben werden konnten.

Die Zeestower Kirche wurde seit vierzig Jahren nicht mehr kirchlich genutzt und verfiel zusehends. Als der Kirchenkreis Falkensee vor sechs Jahren die Frage stellte, was mit der Kirche geschehen solle, z.B. eine Entwidmung verbunden mit der Umwandlung in ein Möbellager, war den Verantwortlichen bewusst, dass ein Fokus auf die Wiederbelebung der Ortskirchengemeinde kurzfristig unrealistisch sein würde, zu lange waren die Zeestower ohne ihre Kirche ausgekommen.

Deswegen wurde die – im wahrsten Sinne des Wortes – nächstliegende Idee verfolgt, eine Nutzung als erste Autobahnkirche am Berliner Ring. Doch auch dieses Konzept erschien ohne besonderen Akzent nicht tragfähig, daher kam noch die Idee der besonderen künstlerischen Ausgestaltung hinzu.

Glücklicherweise konnten wir den renommierten Künstler Professor Volker Stelzmann gewinnen, uns seinen Bilderzyklus „Die Berufenen“, eine Darstellung der zwölf Apostel, für eine Dauerausstellung zur Hälfte des Wertes zu überlassen.

Nun sind wir überzeugt, mit Hilfe dieser beiden Ideen – Autobahnkirche mit einem besonderen künstlerischen Akzent – unseren „Schatz im Acker“ heben zu können, damit er Ausstrahlung gewinnt, für die Nahen und die Fernen. Und wir sind überzeugt: Dadurch, dass die Kirche eine überregionale Bedeutung erhalten wird, wird auch die Ortsgemeinde wieder auferstehen: Schon jetzt beginnen die Gemeindeglieder, mit Stolz und Neugierde auf ihre Kirche zu schauen. Es gibt erste Anfragen für Taufen und Trauungen.

Gleichzeitig dient die Autobahnkirche auch der Verkehrssicherheit – Brandenburg ist leider das Bundesland mit der höchsten Zahl an Verkehrsunfällen. Die Kirche wird ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann – ganz gleich, ob man religiös ist oder nicht, ob man beten will oder einfach nur Ruhe sucht.

Außerdem profitiert von dem Projekt das ganze Dorf Zeestow mitsamt seinem Umfeld. Im Moment gibt es keine öffentlichen Plätze oder Einkaufsmöglichkeiten in Zeestow. Die Autobahnkirche ist das erste Element, um den historischen Ortskern wieder zu beleben. In einem nächsten Schritt, nach der Renovierung und künstlerischen Innengestaltung, wird die große Rasenfläche vor dem Rüstzeitheim neben der Kirche angelegt – hier sollen ein thematischer Spielplatz, ein Bolzplatz und Sitzgelegenheiten zum Ausruhen entstehen.

Dadurch wird es in Zeestow wieder einen öffentlichen Platz geben, an dem Menschen zusammen kommen können, beginnend mit der offenen Kirche als Raum der Begegnung. Bereits jetzt sind viele Zeestower und Zeestowerinnen froh, dass nach 40 Jahren wieder Leben in ihre Dorfkirche gekommen ist, sie engagieren sich rege, seien es die Dorfvorsteherin oder ein Ehepaar aus der Nachbarschaft, das als Ansprechpartner vor Ort fungiert. Zu den Ereignissen und Veranstaltungen in der sich im Aufbau befindlichen Kirche wurde stets das ganze Dorf eingeladen und viele folgten der Einladung.

Damit dieser „Schatz im Acker“ nach der Eröffnung nicht wieder in Vergessenheit gerät, brauchen wir eine gute und professionelle Öffentlichkeitsarbeit, die die Menschen in Nah und Fern auf dieses Dorf und das dort entstehende Kleinod aufmerksam macht. Wenn die Menschen nach ihrem Kirchenbesuch wieder ihrer Wege gehen, nehmen sie Bilder und biblische Geschichten mit. Die Bilder werden in Postkartenformat zum Mitnehmen gegen eine freiwillige Spende ausliegen, die Geschichten können entweder als Downloads auf den eigenen Smartphones oder in Papierform mitgenommen werden. Damit breitet sich das Evangelium durch die Besucher aus, die somit zu Botschaftern der Guten Nachricht werden. Was in der Reformationszeit die Flugschriften waren, sind heute die digitalen Medien, mit deren Hilfe wir „Die Berufenen“ vom Berliner Ring in alle Welt hinaus tragen lassen möchten.

Ab Montag, dem 23.6.2014 wird die Autobahnkirche Zeestow als 42. Autobahnkirche in Deutschland täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet sein. Sie freut sich auf Besucher aus der ganzen Welt und aus Groß Glienicke.

Pfarrerin Dr. Rajah Scheepers (Projektmanagerin)  /  Pfarrer Dr. Bernhard Schmidt (Vorsitzender der Kollegialen Leitung des Kirchenkreises Falkensee)