Eine überzeugte Christin:

Eva Dittmann-HachenEva Dittmann-Hachen

Kinder, Eltern und Laternen tummeln sich auf der Seepromenade: Sankt-Martinsumzug 2009. Mitten in dem bunten Treiben verteilt eine hellblonde Frau Süßigkeiten. Es ist Eva Dittmann-Hachen, ohne die es den Umzug in dieser Art  nicht gäbe. Alle Jahre wieder kümmert sie sich darum, dass für alles gesorgt ist. So spricht sie auch mit den Kitas, der Grundschule, der Stadtverwaltung, der Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr Groß Glienicke. Damit der Umzug reibungslos verläuft. Ihre Vision, „dass Kirche und Kinderbetreuungseinrichtungen unseres Ortes ein gemeinsames Ziel haben und einen gemeinsamen Weg gehen“, ist Wirklichkeit und zu einer festen Tradition in Groß Glienicke geworden. Der 54-jährigen Kunsthistorikerin, die seit 2001 mit ihrem Mann Werner und den Söhnen Philipp und Konstantin hier zu Hause ist, ist es  wichtig, als Kirche in die Öffentlichkeit zu gehen, Menschen aus unterschiedlichen Gruppierungen zusammenzubringen und das Leben im Ort mitzugestalten.

Dass so etwas eine Herausforderung ist, erfuhr sie bereits an ihrem letzten Wohnort, Ittenbach bei Bonn, wo es einen großen Graben zwischen einheimischen Katholiken und zugezogenen Protestanten gab. Dort initiierte sie  mit anderen Frauen ökumenische Kindergottesdienste und einen ökumenischen Gesprächskreis. Ähnliche Gräben wie im Rheinland fand sie in Groß Glienicke vor, nur dass sie hier zwischen Christen und Atheisten verliefen. „Hier musste ich mich zum ersten Mal öffentlich zum christlichen Glauben bekennen", sagt Eva Dittmann-Hachen, die sich nun als eine Galionsfigur für das Christentum sieht.

Kaum hatte sie hier ihre Zelte aufgeschlagen, da brachte sie sich auch schon in die Gemeindearbeit ein. Bereits Ende 2001 fand sie sich im Gemeindekirchenrat wieder, dem sie seither angehört. Sie fühlt sich dort „gut aufgehoben" und ihr gefällt die Arbeit im Team. Zu den spannendsten Aufgaben ihrer ersten Amtszeit zählte die anderthalb Jahre währende Vorbereitung des ZDF-Fernsehgottesdienstes im Oktober 2003, in dem sie selbst  mitwirkte. Noch heute schwärmt sie von dem erhebenden Gefühl, vor einer so großen Gemeinde zu stehen und das Wort Gottes zu verkünden. Danach entschloss sie sich zu einer Lektorenausbildung, um selbst Andachten und Gottesdienste halten zu können.

Immer wieder hat Eva Dittmann-Hachen wichtige Impulse gegeben und Dinge vorangebracht. Jedes Jahr bereitet sie mit einer kleinen Frauengruppe liebevoll die Andacht zum Weltgebetstag vor. Für den Gemeindeausflug im Mai und die Gemeindeversammlung im Juni hat sie sich stark gemacht. Und nicht zuletzt profitiert der Förderverein der Dorfkirche, dessen Geschäftsführerin sie seit 2003 ist,  von ihrem Engagement und ihrer Fachkompetenz. Diesen Sommer widmete sie sich intensiv der Erfassung unseres kirchlichen Kunstgutes. 33 Objekte hat sie auf Wunsch der Landeskirche beschrieben, vermessen und fotografiert und die Ergebnisse auch für die eigene Gemeinde dokumentiert.

Wenn die überzeugte Christin mal nicht im Einsatz ist, macht sie es sich gern mit einem Buch in ihrem Haus gemütlich, das sie neben ihrer Familie noch mit Hund Artus und Kater Tristan, zwei „Rittern der Tafelrunde", teilt. Und dann gab es dieses Jahr noch einen ganz besonderen Grund zu feiern: ihren 30. Hochzeitstag. Mit Werner, den sie als Studentin in Marburg auf einem Parkplatz kennen lernte, ist sie bis heute glücklich verheiratet.

Sonja Richter