Ehepaar Dunemann feiert Eiserne Hochzeit

Am 1. Dezember 2012 feierten Hilde und Werner Dunemann, treue Gemeinde- und Gründungsmitglieder des Kirchencafés, ihre Eiserne Hochzeit in der Dorfkirche Groß Glienicke. Die Gemeinde übermittelt herzliche Glück- und Segenswünsche.


Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; 1. Mose

In alten Liebesfilmen kann man häufig miterleben, wie junge Menschen zueinanderfinden. Nach kleineren Dramen und Krokodilstränen steuert der erwartungsvolle Zuschauer auf ein Happy End zu, das ein rauschendes Hochzeitfest – in moderneren Filmen eine rauschende Hochzeitsnacht – ausmacht. Aber dass es danach erst richtig spannend wird, erzählen mir Hilde und Werner Dunemann, als ich sie anlässlich ihrer bevorstehenden Eisernen Hochzeit besuche. 65 Jahre ist es her, dass in Frankfurt/Oder die Hochzeitsglocken für die beiden läuteten.

Kennengelernt haben sie sich am 13. März 1943 in einem Kino. Ob der Platz neben ihr noch frei sei, wurde das junge Mädchen von einem Soldaten gefragt – und das gemeinsame Leben begann. Dreimal konnten sie sich noch treffen, bevor Werner wieder in den Krieg musste. Während Hilde eine Ausbildung zur Kindergärtnerin begann, war Werner den Schrecken des Krieges ausgesetzt. Er kam in Gefangenschaft und wurde nach Afrika, Amerika und London gebracht. In diesen finsteren Jahren hielt das junge Paar regen Briefkontakt. Viele Briefe sind erhalten, und ich durfte einige von ihnen lesen. Vorsichtig nahm ich das empfindliche Papier in die Hand, das in den 40-er Jahren in Amerika beschrieben wurde, und tauchte ab in die Welt eines jungen Mannes, der seine Sehnsucht und Liebe über den Ozean reisen lässt und Kraft aus der Hoffnung auf ein kommendes Glück zieht.
1947 war es soweit. Er konnte zurück in die Heimat, zu Hilde.

Hilde und Werner Dunemann erzählen mir heiter von ihrer Ehe, die in den Nachkriegsjahren in einer kleinen Dachkammer begann, in der fast nichts vorhanden war außer dem großen Glück des Friedens und dem Geschenk der Zwei- und wenig später der Dreisamkeit. Gearbeitet haben sie viel, gelacht und gesungen ebenso viel.

Die Familie ist gewachsen und wird immer der Dreh- und Angelpunkt in ihrem Leben sein. Gerade freuen sie sich auf ihr 11. Urenkelchen, mit dem sie wohl auch ihre Freude an Blumen und Vöglein im Garten, am Singen und Lachen, ihre Freude am Leben teilen werden.

Das gesamte Gespräch über blicke ich in 2 offene, strahlende Gesichter, die so viel Herzlichkeit, positive Energie und Lebendigkeit versprühen, wie man sie heutzutage oft nicht mal bei 20-jährigen findet. Und dann wird es plötzlich doch noch ganz still. Hilde Dunemann wirkt besonnen, als sie sagt: „Ja, und plötzlich sind 65 Jahre um.“ Sehe ich eine Träne? Aber schon meint sie wieder munter: „Wir sind dankbar, wir sind wirklich dankbar.“

Corinna Ricks