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Icon EventsHerzliche Einladung - Alle Jahre wieder: Kirche frei und offen für alle

Icon recommendedGedanken zur Monatslosung für November

Liebe Leserinnen und Leser,

nach einem bunten Oktober mit Ferien- und Urlaubseindrücken erscheint uns der November im gewohnt grauen Gewand. Während die Bäume kahl werden und uns der Wind kalt und rau um die Ohren bläst, konfrontieren wir uns in spätherbstlicher Stimmung mit den dunklen und traurigen Themen: mit Krieg, Gewalt und unschuldigem Leiden in unserer Welt; mit Tod und Sterben. Mir scheint, dass die Natur uns hierzulande mit der passenden Kulisse zu Hilfe kommt, um im Gedenken der zahlreichen Opfer der Weltkriege hier und anderenorts den 14. November als Volkstrauertag zu begehen und auch die Opfer von Terror und Gewalt in unserer jüngeren Geschichte nicht zu vergessen.

Noch bevor wir gottesdienstlich am Ewigkeitssonntag (im Volksmund "Totensonntag" genannt) dann auch der Verstorbenen in unserer Gemeinde im Licht der Auferstehung gedenken, sehe ich Jahr für Jahr Anwohner und Gäste den Weg zum Friedhof nehmen, wo sie das Grab ihrer Toten besuchen und liebevoll "winterfest" gestalten.

Während dessen erscheinen in Häusern und Gärten mehr und mehr adventliche Vorboten. In diesen grauen Tagen wächst eben auch die Sehnsucht nach Wärme und Licht.

Manchmal kommt mir die lichte Vorweihnachtszeit zu schnell. Ich frage mich, ob wir es nicht konsequenter aushalten müssten, das Gedenken an all das Unrecht und das Leid der Welt. Doch heute kommt mir ein neuer Gedanke anhand der Monatslosung für den November, mit der ich Sie herzlich grüße: "Der HERR aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus." (2Thess 3,5)

Dieser Wunsch stimmt uns adventlich ein in hoffnungsvoller Erwartung darauf, dass Gott uns dieser Tage neu nahekommen möge, um unsere kalte, raue Welt Licht werden zu lassen und unseren Glauben an die Kraft der Liebe wieder neu zu befestigen. Unsere Trauer über all das Leiden in der Welt wird mit diesem Wunsch aber nicht verdrängt; als solche, die an Unrecht und Gewalt leiden und mitleiden, sind wir Christus besonders verbunden. Nicht indem wir der Welt entfliehen, sondern inmitten dieser unerlösten Welt gehören wir zur neuen Wirklichkeit, die Gott wirkt. Aus der Perspektive des Glaubens leben wir darum immer novemberlich in der Spannung zwischen Erinnern, Erkennen und Hoffen. Sie gehen in unseren Seelen eine starke Verbindung ein, die uns hier und heute zu leben hilft.

So hat es philosophisch seinerzeit der Kirchenvater Augustinus ausgedrückt:

"Weder das Zukünftige ist noch das Vergangene, und man kann auch von Rechts wegen nicht sagen, es gebe drei Zeiten, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vielleicht sollte man richtiger sagen: es gibt drei Zeiten, Gegenwart des Vergangenen, Gegenwart des Gegenwärtigen und Gegenwart des Zukünftigen. Denn diese drei sind in der Seele, und anderswo sehe ich sie nicht. Gegenwart des Vergangenen ist die Erinnerung, Gegenwart des Gegenwärtigen ist die Anschauung, Gegenwart des Zukünftigen die Erwartung."

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen stimmungsvollen November mit vielerlei Gelegenheit alle drei Gegenwarten nachdenklich zu erfahren und sinnlich zu erleben.

Ihre Pfarrerin Gundula Zachow

Icon recommendedGedanken zur Monatslosung für den Dezember 2021

„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion!
Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“
(Sacharja 2,14)

von Moritz Gröning

„Tochter Zion!“ – das wunderbare Lied mit dem Text von Friedrich Heinrich Ranke und Händels Melodie ist für meine Familie neben „Macht hoch die Tür“ der Beginn des Advents. Nach einem tristen November zeigen sich erste Strahlen von Weihnachten. „Siehe, Dein König kommt zu Dir“ ist Taufspruch unseres Jüngsten.

Völlig selbstverständlich beziehen wir in der christlichen Tradition die Königsvision auf Jesus Christus. Ohne den Propheten Sacharja und seine Visionen von Jeschua, dem gekrönten Hohepriester, wäre Jesu Name kaum verständlich. Vermutlich ist die Kirche übergriffig, aber vielleicht haben Maria und Josef an die Visionen Sacharjas gedacht, als sie ihrem Sohn am Zion den Namen Jesus (Jeschua) gaben. Immerhin wurde der Name je nach Lesart ihr (nach Lukas) oder ihm (nach Matthäus) vom Engel in die Feder diktiert.

Wenn Händels Musik in diesen Tagen in Synagogen erklingt, liegt das daran, dass Händel den Satz (zunächst für das Oratorium Joshua (Jeschua) komponiert) in sein Oratorium Judas Makkabäus aufgenommen hat: „See the conquering hero comes!“ Die Geschichte der Befreiung Judas von griechischer Besatzung und Beseitigung des Götzendienstes. Dieser Geschichte wird zu Hanukkah gedacht.

Es passt dann, dass schon Sacharja kurz nach dem Exil die Bedrohung durch die Griechen sieht. Aber Sacharjas Vision ist zuallererst eine Vision des Friedens der Völker, die friedlich zum Zion ziehen wollen. Dort will Gott wohnen, in der Mitte seines Volkes, anstelle der Mauern.

In diesem Jahr fällt der Beginn des Advents mit Hanukkah zusammen. Eine gute Gelegenheit, an den schwierigen, aber lohnenden gemeinsamen Weg zum Zion zu denken und dass dieser einige Gott, der Gott Sacharjas, der Gott Jeschuas, des Hohepriesters, der Gott des Judas Makkabäus und der Gott Marias und Josefs kommen und in unserer Mitte wohnen will. Lassen wir ihn in unsere Herzen. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!

Chorproben

Der Kirchenchor trifft sich ab dem 23.11. 2021 zum Singen in der Kirche. Dort haben wir genügend Abstand und gleichzeitig eine gute Akustik.

Ich möchte ganz herzlich zum Mut-Singen in der Adventszeit einladen!

Lieder der Hoffnung und des Lichts, Weihnachtslieder, die uns gut tun.

Lasst uns ein musikalisches Licht in die Welt tragen.

Herzliche Einladung!

Eure Susanne

Wenn es wieder normal laufen kann, wäre es so:

Wir freuen uns über neue Mitglieder, jeder ist willkommen. Zurzeit singen lustige Kanons, um die Stimme wieder fit zu machen für größere Vorhaben. Stimmbildung und Atemtechnik sind für Chorsänger ganz wichtig. Hier üben wir auch den richtigen Umgang mit unserem „ Instrument“. Mit einer guten Technik fällt auch das Singen leichter. Nach der langen Pause braucht die Stimme wieder Training, das haben die Chorsänger bei der letzten Chorstunde gemerkt.

Nicht nur das Gesangbuch, auch unser „Sing Jubilate“ bietet so viele teils auch moderne Lieder, die wir nun auch kennenlernen wollen.

Schauen Sie doch mal vorbei:

Dienstag, 18.30 Uhr in der Kirche

 

Der nächste KinderKirchenTag

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Icon recommendedSingen über den See hinweg +++ Treffpunkt Kirche +++ 16.45 Uhr

Icon recommendedNachlese zum Ufer-zu-Ufer-Singen am 28. November 2021

Die Schilfdachkapelle „Zum guten Hirten“ steht für einen einmaligen Teil der deutsch-deutschen Geschichte. Durch den Gebietsaustausch im September 1945 wird die zu Groß Glienicke gehörende Siedlung „Wochenend West“ britische Besatzungszone in West-Berlin. Die Gemeindemitglieder werden von ihrer Kirche in Groß Glienicke getrennt. Pfarrer Wilhelm Stintzing aus Groß Glienicke hat den kühnen Plan, für diesen Teil seiner Gemeinde eine eigene Kirche zu bauen – politisch gesehen im Land des „Klassenfeindes“, in Kladow, West-Berlin.

Herr Radtke, langjähriger Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in Groß Glienicke berichtet zu Pfarrer Stintzing, in einem jüngst geführten Interview durch den Konfirmanden Luis Venus folgendes:

„Wir bekamen 1947 in Groß Glienicke den ersten eigenständigen Pfarrer. Die Kirchengemeinde von Groß Glienicke war von 1333 bis 1947 Tochterkirche der Kirche zu (Berlin)-Kladow. Das heißt, der Pfarrer von Kladow hat die Gemeinden von Kladow, Gatow und Groß Glienicke betreuen müssen. Das war natürlich keine intensive Betreuung. Dann bekamen wir einen jungen Entsendungsdienst-Pfarrer: Wilhelm Stintzing.

Der Mann hat hier gewirkt wie ein Heiliger. Er hat sich um alle Probleme, um alle Sorgen gekümmert. Er hat phantastisch auch in seinen Predigten zum Ausdruck bringen können, was er von den Menschen hier in der Gemeinde erwartet; dass Flüchtlinge und Altansässige sich miteinander befassen. Und Alteingesessene, insbesondere die Bauern, hat er von dieser Kanzel hier (wir führen das Interview in der Patronatskirche zu Groß Glienicke, Anm. der Redaktion) beschimpft, wenn sie einer Flüchtlingsfrau nicht die Milch für ihr Neugeborenes gegeben haben.“

Und Pfarrer Stinzing hat mit seinem Vorhaben, eine Kirche aus Materialien aus dem Osten zu bauen, Erfolg. Im Mai 1951 ist Baubeginn. Die Steine der zerstörten Ruine des Gutshofes, das Holz für den Dachstuhl und das Schilf für das Dach werden über die DDR-Grenze nach West-Berlin gebracht. Am 26. April 1953 wird die Schilfdachkapelle eingeweiht.

Und so planten wir im vergangenen Jahr, an die Idee, das alte „Ufer-zu-Ufer“-Singen anzuknüpfen. Was war damals passiert?

Alexander Remler, heutiger Pfarrer unserer Schwestergemeinde in Berlin Kladow, weiß zu den Anfängen folgendes zu berichten:

„Es war an einem Sonntag im Advent, wahrscheinlich im Jahr 1964. Berlin war eine geteilte Stadt. Die Mauer trennte Ost und West. Und im äußersten Südwesten ging die Grenze sogar durch einen See – den Groß Glienicker See. Hier wohnten Freunde und Familien, die sich plötzlich nicht mehr sehen durften und konnten. Und deshalb zogen Jugendliche aus der Schilfdachkapelle zum See, um für die Menschen auf der anderen Seite zu singen: „Macht hoch die Tür“. Es war stockfinster. Aber Moment, was war das? „Auf der anderen Seite erwiderte ein Mädchen unseren Gesang und schwenkte eine Taschenlampe“, erinnert sich Emil Cauer, der damalige Pfarrer. Was für ein schönes Zeichen der Verbundenheit. Und was für einen hohen Preis musste sie dafür zahlen, denn bald kamen Grenztruppen und nahmen sie in Haft. Vorwurf: „Geheime Nachrichtenübermittlung an den Feind.“

Der Termin 28. November 2020 war pandemiebedingt ausfallen. Und dieses Jahr?

Da haben sich unsere Bläser aufgemacht mit einigen Groß Glienickern, ausgerüstet mit Laterne, Taschen- oder Stirnlampe. Am Vorabend des Ersten Advents, am 27. November, wollten wir uns daran erinnern, dass es auch andere Zeiten gab; und wie Pfarrerin Gundula Zachow sagte, treffen zu einem besonderen Mauergedenken.

So zogen die Kladower zum See von der Schilfdachkapelle – und waren genau wie die Groß Glienicker gegen 17 Uhr am See; die Kladower an der Badestelle „Pferdekoppel“. Am anderen Ufer standen wir – ihre Nachbarn aus Groß Glienicke unterhalb des Alexanderhauses. Von Ufer zu Ufer sangen wir Adventslieder, unterstützt von unseren Posaunenchören. Aus Verbundenheit. Und als Zeichen gegen Spaltung, Ausgrenzung und Trennung.

So hat es die Groß Glienicker in der DDR und die Kladower in West-Berlin über die Mauer hinweg verbunden. Also begannen wir mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“, und die Kladower antworteten mit der zweiten Strophe. Auch das Lied, auf das das Mädchen geantwortet hatte, durfte nicht fehlen. Die Kladower begannen wie einst mit der ersten Strophe „Macht hoch die Tür“ und die Groß Glienicker antworteten. Auch dass es regnerisch war mit einem immer stärker auffrischenden Wind, konnte dieses Symbol nicht schwächen.

Einige Male im Advent kamen die Menschen an den See – die einen am Ostufer, die anderen am Westufer – und haben gemeinsam Adventslieder gesungen. Die erste Strophe „West“, die zweite Strophe „Ost“ und so weiter.

Ein tolles Symbol für die Überwindung von Mauern!

Icon recommendedInterview mit Burkhard Radtke +++ Zeitzeuge und Kenner des Ortes

Von Luis Venus

1.  Herr Radtke, schön, dass sie da sind und danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, mir meine Fragen zu beantworten!

Sie sind Jahrgang 1939 und schon in Groß Glienicke geboren.
Welche Kindheitserinnerungen sind bis heute besonders wach? Und an was erinnern Sie sich besonders gern?

Wir hatten hier in Groß Glienicke eine günstige Schulsituation. Es gab Lehrerinnen und Lehrer, zum Teil noch „altgediente“ (aus der Zeit des Nationalsozialismus), aber auch jüngere.

Sie waren gut in der Lage uns – und vor allem den Flüchtlingskindern – etwas beizubringen. Denn es gab ein Gefälle zwischen Kindern, die aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern kamen.

Da waren wir hier schulisch schon weiter entwickelt, und es musste ja zu einer Angleichung kommen. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an diese Gemeinschaft.

Und was mich auch immer wieder sehr berührt hat – und auch heute noch berührt: dass 1945, als dann einigermaßen Ruhe einkehrte, hat eine Gräfin von Pestalozza, die hier in Groß Glienicke wohnhaft war mit ihrem Mann (er war Lehrer und sie war ausgebildete Lehrerin) sofort begonnen hat– und sie war schon zu diesem Zeitpunkt eine alte Dame – unten in der alten Gutsschule (ein Raum im alten Gutskindergarten) Unterricht zu geben.

Sie hat umgehend begonnen, die Kinder schulisch zusammenzuziehen und uns dann einzuschulen und dort entsprechend zu unterrichten. Das war natürlich sehr schwierig, aber es war der Anfang der Unterrichtung hier nach dem Kriegsende.

Was auch wichtig war, vor allem für uns Kinder, dass die englische Besatzungsmacht, die für uns zeitweilig zuständig war, über den Flughafen Gatow uns mit Schulspeisung versorgt hat, sodass die Kinder mit Essen versorgt werden konnten. Wir mussten alle nur einen Löffel und ein Essgefäß mitbringen. Dann bekamen wir manchmal sehr merkwürdige Geschichten: Kekssuppe und andrer merkwürde Sachen, die wir hier gar nicht kannten.

Aber es war gewährleistet, dass die Kinder eine entsprechende Schulversorgung hatten.

Das wurde auch in der kommenden DDR-Zeit beibehalten, dass über eine Schulküche eine Versorgung immer gewährleistet war.

Insbesondere gilt mein Gedächtnis der Gräfin Pestalozza mit ihrem Mann (die hiesige Grundschule trägt ihren Namen, Anm. der Redaktion). Wir haben den Mann dummerweise immer veräppelt, weil er schon ein wenig schusselig war. Manchmal schaute Watte aus seinem Ohr. Manchmal hing das Taschentuch wieder aus der Hosentasche. Darüber haben wir uns köstlich amüsiert. Im Nachhinein ärgert mich das ein wenig. Aber er ist lange tot und hat es gut durchgestanden.

Die Gräfin war immer dunkel gekleidet. Und was wir Kinder nicht wussten – denn sie trug immer einen Turban – (meine Mutter hat mich dann einmal aufgeklärt): Die Gräfin hatte keine Haare. Da es zu der Zeit keine Perücken gab, hat sie immer einen Turban getragen, sodass wir gar nicht wussten, dass sie keine Haare hatte.

Wir hatten als Kinder immer großen Respekt vor der Dame. Ihren Mann haben wir veräppelt – aber die Gräfin nie. Wir haben die Dame wirklich sehr geachtet und verehrt.

Was ich auch noch gerne erinnere: Ende der 40er Jahre kam der Russisch-Unterricht als Pflichtunterricht. Wo sollten nun Russisch-Lehrer herkommen? Es gab gar keine Russisch-Lehrer in Deutschland, jedenfalls nicht für Dorfschulen. So wurde uns eine Frau Johnen, auch eine Flüchtlingsfrau mit zwei Söhnen, zugewiesen. Sie konnte Russisch, weil sie aus einem russischstämmigen Gebiet war, also Deutsch-Russin. Sie konnte perfekt Deutsch und perfekt Russisch. Sie war eine sehr angenehme und sehr verständnisvolle Lehrerin, sodass wir auch Russisch lernten. Die erste, die sich zu uns auf die Schulbank gesetzt hatte, war die Gräfin Pestalozza, weil sie gesagt hat: ,,Ich kann ja die Kinder nicht unterrichten, und sie können kein Respekt vor mir haben, wenn die etwas können, was ich nicht kann.“ Da hat sie bei uns im hohen Alter noch bei der Frau Johnen Russisch gelernt.

Das rührt mich bis heute an und ziehe noch immer den Hut, wenn ich an die Gräfin denke.

Sie hat übrigens noch im hohen Alter, als sie aufhörte, Unterricht zu geben, in ihrer Wohnung (das Haus steht heute noch in der Sacrower Allee) unentgeltlichen Nachhilfe-Unterricht gegeben, weil wirklich viele Kinder hier noch waren, die ein großes Bildungsgefälle hatten. Und die mussten Nachhilfe-Unterricht erhalten.

Die schönste Erinnerung, als wir noch das Grundstück am Wasser hatten, war, wie ich mit meinem Großvater schwimmen gelernt habe. Wir hatten ein Kanu, sind über den See gerudert.

Dann auch die Folgezeit: Wir bekamen 1947 hier in Groß Glienicke den ersten eigenständigen Pfarrer. Die Kirchengemeinde von Groß Glienicke war von 1333 bis 1947 Tochterkirche der Kirche zu (Berlin)-Kladow. Das heißt, der Pfarrer von Kladow hat die Gemeinden von Kladow, Gatow und Groß Glienicke betreuen müssen. Das war natürlich keine intensive Betreuung. Dann bekamen wir einen jungen Entsendungsdienst-Pfarrer Wilhelm Stintzing.

Der Mann hat hier gewirkt wie ein Heiliger. Er hat sich um alle Probleme, um alle Sorgen gekümmert. Er hat phantastisch auch in seinen Predigten zum Ausdruck bringen können, was er von den Menschen hier in der Gemeinde erwartet; dass Flüchtlinge und Altansässige sich miteinander befassen. Und Alteingesessene, insbesondere die Bauern, hat er von dieser Kanzel hier (wir führen das Interview in der Patronatskirche zu Groß Glienicke, Anm. der Redaktion) beschimpft, wenn sie einer Flüchtlingsfrau nicht die Milch für ihr Neugeborenes gegeben haben.

Auch das ist für mich eine tolle Erinnerung an den Pfarrer Stintzing. Diese Erinnerung habe ich in mir gehabt, bis zu seinem Tode. Er ist dann mit 100 Jahren verstorben. (siehe dazu auch Artikel der MAZ vom 16.09.2004)

Der Vorplatz der Groß Glienicker Dorfkirche soll zum Zentrum des Potsdamer Ortsteils umgestaltet werden. Benannt werden soll der Platz nach Wilhelm Stintzing (1914-2014), einem Jahrhundertzeugen, den eine besondere Beziehung mit dem Dorf verband.

Er hat mit 97 Jahren hier noch seine letzte Predigt gehalten, war aber schon lange Potsdamer. Das ist auch eine ganz großartige Erinnerung, die man nicht vergisst.

2.              Kürzlich feierte das Genie von der Spree“ seinen 200. Geburtstag. Am 31. August  2021 vor zweihundert Jahren wurde einer der größten wissenschaftlichen Pioniere des 19. Jahrhunderts in Potsdam geboren. Sie waren genau wie ich „Helmhöltzer“. Können Sie mir eine schöne Anekdote aus Ihrer Schulzeit am   Helmholtz-Gymnasium erzählen?

Ja. Da gibt es viele Anekdoten. Aber alle kann ich hier nicht gar nicht erzählen. Es war ja auch für Groß Glienicke zu dieser Zeit für die Schüler eine Auszeichnung, wenn sie vorgeschlagen wurden, die Helmholtz-Oberschule zu besuchen. Hier in Groß Glienicke ging ja die Schule nur bis zur 8.Klasse. Dann wurden wenige auserwählte Kinder, die die Fähigkeit hatten, an die Oberschulen in Potsdam delegiert. Aber man musste auch schon zu meiner Zeit am Helmholtz eine sehr anspruchsvolle Aufnahmeprüfung bestehen. Und nur die, die diese Aufnahmeprüfung bestanden hatten, durften dort auch die Schule besuchen. Die Helmholtz-Schule war eine noch zu jener Zeit in alten Schultraditionen behaftete Schule, obwohl unter einem Direktor Wefers bereits sehr sozialismus-orientiert geleitet, war sie noch auch eine Schule, die einen alten Lehrerstamm hatte. Ich erinnere mich an viele Lehrer, die noch aus der alten „Helmholtz-Zeit“ waren; Physiklehrer, Mathematiklehrer, Lateinlehrer. Lateinlehrer waren zu dieser Zeit schon ein knappes Gut. Das Lehren von Latein und Griechisch war fast nicht möglich. Ich hätte gern Latein und Griechisch gelernt. Das konnte ich aber nicht, weil wir nur noch einen einzigen Lateinlehrer hatten. In den Unterricht konnten nur Schüler gehen, die die Absicht hatten, Arzt oder Priester zu werden. Alle andern konnten in den Altsprachen-Zweig nicht rein.

Die Schule war sehr renommiert. Wir hatten einen Musiklehrer, Matthes hieß der Mann.

Das war ein relativ junger Mann. Er war mehr Künstler als Pädagoge. Er hat keine pädagogische Ader gehabt. Wenn wir zu einem besonderen Anlass – zum Beispiel Gründungstag der DDR oder Tag der Befreiung – mit dem Schulchor eine Festumrandung machen sollten, hat er alle Klassen, die einigermaßen vernünftige Sänger hatten, in der Aula zusammengerufen und hat uns den ganzen Tag lang traktiert, diese Kampflieder gut singen zu können. Und wenn wir nicht richtig mitmachen wollten, weil uns das nicht so sehr gefallen hat, hat er sich auf der kleinen Bühne in der Aula fürchterlich aufgeführt. Als wir immer wieder falsch gesungen haben, hat er auf einmal sein Campinghemd hochgezogen und uns seinen nackten Bauch gezeigt. Er hat uns gezeigt wie wir atmen sollten, damit wir vernünftig singen.

Im Nachhinein haben wir aus Jux – wenn Herr Matthes in der Nähe war – auch unsere Hemden hochgezogen und die Bäuche gezeigt, um ihn zu ärgern. Da war er sehr empfindlich. Ich war zu der Zeit eigentlich ein sehr disziplinierter Schüler. Aber der Matthes hat mich oft gezwungen; ich musste vorsingen. Das habe ich nicht gerne gemacht. Ich habe ihn dann immer falsch angesprochen, statt mit seinem Namen Matthes mit Mattheus, was ihn sehr geärgert hat. Daher bin ich zum Schuldirektor Wefers gebeten worden, dass ich den Matthes bitte nicht mehr ärgern möge. Sonst bekäme er einen Nervenzusammenbruch.

Das darfst du übrigens nicht machen!

Ich habe noch lebhaft in Erinnerung, wie wir auf der Bühne standen neben seinem Klavier und er auf einmal sein Hemd hochzog.

Ansonsten habe ich in Erinnerung, dass wir eine sehr gute Schulgemeinschaft hatten. Wir hatten eine sehr gute Kunstlehrerin. Das weiß ich wie heute: Frau Ahlgrimm war auch ein wenig putzig. Heute würde man sagen, eine typische Grüne. Sie hatte selbstgeschnitzte Holzketten. Sie trug immer sehr lange Kleidung und merkwürdige Farben. Aber was Kunstgeschichte und Kunsterziehung anging, eine vortreffliche Person.

Am liebsten erinnere ich mich an eine Russisch-Lehrerin. Ich habe sehr gerne Russisch gelernt. Ich war das einzige Kind, sowohl in der Schule in Groß Glienicke, als auch dann an der Helmholtz-Schule, das gern Russisch gelernt hat. Aber das lag daran, dass wir in den letzten Kriegsjahren noch im Nazi-Reich unsere Gärtnerei weiter betreiben mussten. Die Männer waren alle eingezogen. Meine Mutter bekam dann aus dem Kriegsgefangenenlager auf dem Gutshof immer drei russische Kriegsgefangene zugewiesen. Natürlich mussten wir ein wenig radebrechend Russisch lernen, damit wir uns überhaupt mit diesen Russen verständigen konnten. Es waren tolle Typen, diese Russen. Die waren ganz doll in Ordnung. Sie waren wirklich kinderlieb, was die anderen dann leider nicht mehr waren (Soldaten nach Kriegsende, Anm. der Redaktion).

Damit ist in mir so eine Vorliebe für die russische Sprache entstanden.

So bekamen wir als erste in der Helmholtz-Schule als Russisch-Lehrerin Madam Girginson. Das werde ich nie vergessen; eine Dame, auch schon älter, eine immer strenge Frisur mit Außenwelle und immer ganz exakt gekämmt und vornehm.

Am ersten Schultag, Beginn 9. Klasse. Stand sie vorne am Pult, hatte den Klassenspiegel vor sich und hat alle, die wir da saßen mit „Sie“ angesprochen. Das waren wir ja nicht gewöhnt.

Sie hat links in der Ecke des Klassenzimmers begonnen. Dort saß ein bisschen blasser dunkelhaariger Typ. Er hatte einen Namen, den man verschiedensprachig aussprechen konnte: Roger.

Dann hat sie ihn angesprochen: ,,Sagen Sie, wie darf ich Sie nennen?“ Sie hat es erst Französisch ausgesprochen, dann Englisch und dann Deutsch.

Da hat die ganze Klasse gejubelt, wie verrückt. Und wir haben uns dann natürlich jeden Tag an die Tür gestellt, wenn der Bengel kam (aus Kleinmachnow glaube ich) und haben ihn gefragt: ,,Wie dürfen wir dich denn heute nennen?“

Das sind Erinnerungen, die haften bleiben. Leider hat diese Geschichte für mich einen tragischen Ausgang…

Wie sind Sie denn zum Helmholtz-Gymnasium gekommen? Das war ja in der Innenstadt.

Mit Gründung der DDR war geregelt, dass es Schulbusse gab. Es gab auch vorher schon eine private Busunternehmung in Potsdam, Meyer und Schindler, werde ich nie vergessen. Da war man immer darauf angewiesen und fragte sich: ,, Kommt der Bus oder nicht?“ Diese Privatfirma hatte nur wenige Busse. Es gab keine Ersatzteile, keine Bereifung. Dieselkraftstoff gab es nicht immer ausreichend. Dann standen wir an den Haltestellen und bangten; kommt er oder nicht. Die erste Zeit war schwierig. Aber wir sind immer hin und her gekommen.

Wir bekamen damals als Kinder schon einen Ausweis, dass wir mit einem ganz geringen Entgelt die Busse benutzen durften.

Mit Gründung der DDR wurden volkseigene Kraftverkehrsbetriebe gegründet, die mit neuen Bussen ausgestattet wurden. Wir waren stolz, dass wir mit relativ modernen Bussen unterwegs sein konnten. Dann fielen sie auch nicht mehr so häufig aus. Also es gab schon Schulbusverkehr.

Ich bin immer – wie heute – am Stadthaus ausgestiegen, gerade rüber Nauener Tor, zur Helmholtz-Oberschule und bin dann wieder eingestiegen am Rathaus. Das war eine ganz günstige Geschichte. Alle, die z.B. an der Humboldt-Oberschule waren, mussten mit der Straßenbahn fahren. Ich brauchte nie Straßenbahn zu fahren.

Die Busse waren immer überfüllt. Wenn man zu einer Zeit Schulende hatte, dass man schon am früheren Nachmittag zurückfuhr, waren viele Russinnen in den Bussen. In der Krampnitzer Kaserne war eine russische Kompanie. Die Offiziere hatten zum Teil ihre Ehefrauen dabei. Diese sind über Tag nach Potsdam einkaufen gefahren. Sie haben mit Leidenschaft Fische gekauft. Wenn sie dann in ihren Einkaufsnetzen Fische und andere übelriechende Lebensmittel hatten, war es manchmal im Bus nicht auszuhalten. Wir waren immer erleichtert, wenn sie in Krampnitz wieder ausstiegen. Das sind bleibende Erinnerungen.

3.              Sie waren von 1991 – 2019 Gemeindekirchenrat in der Gemeinde Groß Glienicke. Dort haben Sie sich vor allem für unsere über 750 Jahre alte Dorfkirche eingesetzt. Können Sie mir etwas zum Förderverein erzählen, der 2003 gegründet wurde?

Wir mussten den Förderverein gründen, weil unsere Kirchengemeinde über keine größeren finanziellen Mittel verfügte. Wir wussten, wir müssen unsere uralte Kirche –wir sind das älteste Gebäude der Landeshauptstadt – in den ursprünglichen Zustand zurück versetzen.

Ursprugszustand ist der, als Hans George III Ribbeck 1703 verstarb innen wie außen in jenen Zustand zu versetzen. Das war unser Ziel, gemeinsam mit dem Denkmalschutz, dem Landes- und dem Stadtdenkmalschutz. Wir mussten immer Geld dafür haben. Darum gründeten wir den Förderverein, weil die Kirchengemeinde selber den sogenannten Eigenmittelanteil, den man brauchte, wenn man Unterstützung vom Staat oder von der Kirche wollte, vorhalten musste. Man musste immer 10% der Bruttosumme des jeweiligen Vorhabens haben. Die Gemeinde hatte es nicht. So haben wir Mittel als Förderverein akquiriert.

Ich erinnere mich heute noch an den Gründungstag. Es war ein fürchterlich heißer schwüler Sommertag. Das Pfarrhaus war noch in der Bergstraße. Pfarrer war Dr. Bernhardt Schmidt. Ein fürchterlicher Sturm kam auf. Ich hatte nun gehofft, es kommt gar keiner zur Gründung des Fördervereins der Dorfkirche. Aber siehe da; der Gemeinderaum war brechend voll.

Die Mitglieder des gegründeten Fördervereins mussten entscheiden; wer macht den Vorsitz. Auf einmal verlangte Pfarrer Schmidt, dass ich den Vorsitz übernehme. Ich war sehr erschrocken, denn ich ging ja noch arbeiten. Ich hatte eigentlich gar keine Zeit für solche Geschichten. Aber ich habe dann verstanden, wir müssen die Kirche herrichten. So haben wir den Vorstand gewählt und auch den Vorsitz. Der bin ich nun heute noch mit über 80 Jahren.

Aber ich suche jetzt einen Nachfolger. Vielleicht mache ich es noch für zwei Jahre, dann aber nicht mehr.

Wir haben einen sehr hohen mehrstelligen Betrag in der ganzen Zeit eingesetzt für Gebäudesanierung und Kunstwerkrestaurierung. Wir schließen demnächst die Gebäudesanierung und die Kunstwerkrestaurierung ab. Dann folgt die Mauerrestaurierung, die statische Restaurierung der Feierhalle. Dann haben wir eine solide Friedhofsbasis, aber nur noch eine kleine Gemeinde.

4. Die Kirche ist ein rechteckiger mittelalterlicher Feldsteinbau unbekannter Bauzeit. Zwar wird Groß Glienicke 1267 im Zusammenhang mit Abgaben an das Benediktinerinnenkloster in Spandau erstmals urkundlich erwähnt. Aber können Sie ein Bild davon zeichnen, wie Sie sich das ländliche Dorf im Mittelalter vorstellen?

Unbekannte Bauzeit ist nicht richtig. Wir haben sie ja definiert. 1250 war Grundsteinlegung.

Fertiggestellt wurde die Kirche von einer kirchlichen Bauhütte 1271.

In der damaligen Mark Brandenburg gab es noch nicht besonders viele Bauhütten, die in der Lage waren, die Natursteine, Feldsteine zu behauen und so zu verwenden, dass man daraus Mauerwerke errichten konnte, gar Kirchen daraus zu bauen. Das sind sehr harte Steine. Das war schon eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Sie haben überall, wo sie gebaut haben, Schachbrettsteine hinterlassen. Heute sagt man dazu corporate identity. Das heißt, Unternehmen schaffen sich auf Stolz auf ihrer Arbeit ein Logo. Und das Logo dieser Bauhütte war der Schachbrettstein.

5.        Und was haben Sie gedacht und empfunden, als das Schachbrett entdeckt wurde?[1]

Das war eine putzige Geschichte. Wir mussten im Jahre 1982 mit Auflage des Konsistoriums und des Denkmalschutzes der Stadt Potsdam (in der DDR gab es natürlich auch einen Denkmalschutz) die Kirche verputzen lassen, weil die Kirche aufgrund ihres Alters und der Kriegseinwirkungen viele Schadstellen hatte, auch in der Fassade. Sie wurde notdürftig repariert, aber es war ja immer Kirchenbetrieb (Gottesdienst).

Als wir begannen mit der Wende die Restaurierungen vorzubereiten, mussten wir auch immer den Stadtkonservator Kalesse hinzuziehen, der zuständig war für den Denkmalschutz in der Stadt Potsdam. Erst als wir nach Potsdam eingemeindet wurden, war er hier zuständig.

Wir waren in der Kirche, hatten eine Besprechung und gehen raus. Dann dreht sich Herr Kalesse um und schaut ganz fasziniert auf die Stelle, wo heute der Schachbrettstein sichtbar ist. Wir fragten: „Was ist los, Herrn Kalesse?“, während er schon rief: „Holen Sie sofort einen Maurer!“ Und dann „Picken Sie hier sofort mal vorsichtig frei!“ Siehe da, es kamen die ersten Zeichen dieses Schachbrettsteins zum Vorschein. Wir waren alle völlig verdattert.

Dazu muss ich sagen, es wird immer behauptet, dass die Kirche erst 1982 überhaupt verputzt wurde. Nein! Die war schon über mehr als 100 Jahre verputzt.

Ich bin mein Leben lang in dieser Kirche, aber ich habe hier nie zuvor einen Schachbrettstein gesehen.

Aber Herr Kalesse war so ein Fuchs. Er hat nur Andeutungen von Endpunkten eines Schachbrettsteins, zwei bis drei Feldern gesehen.

Er hat immer danach gesucht, weil er die Geschichte von Schachbrettsteinen kannte. Es war wirklich eine Sensation!

Es gibt zu diesen Schachbrettsteinen irre Deutungen, meist heidnische. Zum Beispiel sagt eine Legende, der liebe Gott habe mit dem Teufel Schach gespielt und natürlich gewonnen.

Meine Deutung ist die des corporate identity. Bauleute, die in der Lage waren, aus Natursteinen solche Bauwerke zu errichten, wollten hinterlassen, dass sie das sie das; zu Ehren Gottes konnten.

Der Hintergrund des Schachbrettsteines ist; der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Mit diesem Bibelspruch ist Jesus Christus gemeint, der der Eckstein unserer Kirche ist. Aber sie wollten als Bauleute auch ein Zeichen hinterlassen.

Du weißt, dass wir drei davon haben?

6.        Das heute zur Stadt Potsdam eingemeindete Dorf Groß Glienicke hat eine   komplizierte Geschichte, die bis heute vor allem seit seiner Gründung bis ins 15. Jahrhundert nicht erforscht ist. Eine Ortslage Klein Glienicke verschwand bis         heute unentdeckt und ging in der heutigen Gemarkung Groß Glienicke auf.        Was denken Sie, an welcher Stelle es diese Ortslage gegeben hat?

Ich habe eine alte Urkunde in einem Archiv in Zerbst gefunden, wo vermerkt ist, dass 1271 die Bauern von Groß Glienicke (das waren vielleicht fünf kleine Höfe) und Mönche vom Kloster Lehnin in Groß Glienicke die Feldsteine vom Acker gesammelt haben. Mit diesen Steinen, die sie gesammelt haben bei der Urbarmachung des Geländes, wurde sofort das Fundament der Kirche gesetzt.

Eigentlich war hier das Kloster Spandau zuständig. Aber es war ein Nonnenkloster. Damals hat man auch schon Rücksicht darauf genommen, nun nicht die Nonnen zu zwingen, hier den Acker urbar zu machen. Wir müssen hier irre viele Feldsteine auf dem Acker gehabt haben.

7. Auch der Dorfgrundriss, ein nicht vollständig ausgebildetes Sackgassendorf, und die merkwürdige Position des Rittergutes weit außerhalb des eigentlichen Dorfes sind bis heute ungeklärte Phänomene des wenig bekannten Gründungszeitraumes um ca. 1250.

Sie kennen noch das alte Gut. Können Sie mir noch etwas dazu erzählen? Da gab es doch eine Geschichte nach dem II. Weltkrieg, weshalb das Gut erst den Briten zugeschlagen wurde und später an die Russen ging. Warum?

Die Aussage Sackgassendorf ist nicht ganz richtig. Die Teilung ist ganz klar. Ausgangspunkt von Besiedlung in Groß Glienicke, überhaupt menschliche Besiedlung, fällt in die späte Bronzezeit. Von 1.700 bis 1.600 vor Christus waren die Menschen hier angesiedelt.

Wir haben Funde von Schachtungen sowohl hinter dem See, heute Kladow, als auch in der Nähe vom Karpfenteich.

Der Karpfenteich war der Ausgangspunkt der Brandenburgischen Lehm- und Ziegel GmbH. Dort wurde Lehm- und tonhaltiger Boden für die Ziegelproduktion verwendet. Und dabei sind alte Fundstücke aus der späten Bronzezeit gefunden worden, die belegen, dass Groß Glienicke in der späten Bronzezeit besiedelt war.

Es ist ja klar: Hier war Wasser. Hier war Wald, tiefer Wald. Man hatte Wasser. Man hatte Fische. Man hatte Wild, um hier zu siedeln. Und die ersten Besiedlungen waren am Nordufer des Groß Glienicker Sees. Aus dieser Erstbesiedlung entwickelte sich eine Slavensiedlung.

Ein Stamm der Slaven hat sich hier angesiedelt, der Westslaven. Aus dieser Besiedlung entwickelte sich das Rittergut. Das war das eine Zentrum.

Dann kam die vom Kurfürsten gewünschte Besiedlung auch durch deutsche Stämme.

Es wurden deutsche und andere Siedler in dieses Gebiet gelockt, um dieses Gebiet zu erschließen. Sie haben sich mit den hier angesiedelten Urstämmen vereinigt und nicht bekriegt.

So bekamen die neuen Siedler Hufen zugewiesen. Hufen ist eine Größeneinheit für eine Landfläche, die ein Mensch braucht, um einen Hof zu betreiben, damit hier endlich bäuerlicher Fortschritt eintritt. So haben die Bauern gesiedelt, wo die Dorfstraße endet, nämlich da, wo auch heute noch die Kirche steht. Hier endete das Bauerndorf Glienicke. Aber dies ist schon Groß Glienicke.

Bei Gelegenheit zeige ich dir ein Bild, auf dem du siehst, dass die Kirche wirklich auf einem Hügel steht.

Überall, wo in den Ortslagen Lehm gefunden wurde – Glien heißt Lehm – nannte sich der Ort Glien; Glienicke.

Dieses Groß Glienicke hatte ein kleines mickriges Rittergut, und war ein kleines mickriges Bauerndorf, links und rechts der Dorfstraße, die eben hier an der Kirche endete.

Und dann gab es dieses Klein Glienicke von der Waldsiedlung etwas in die Feldlandschaft geschaut, kurz vor Seeburg. Das was die Lage Klein Glienicke, nur vier spärliche Höfe, die aber schon im Mittelalter wüst gefallen sind. Sie wurden aufgegeben. Die Flurstücke dieses Klein Glienicke sind dann der Flurlage Groß Glienicke zugeschlagen worden.

Es gab immer mal wieder bei Grabungen und Arbeiten dort auf diesen Wald- und Feldflächen Fundstücke, Baufundstücke. Da hat man behauptet; das sei der jüdische Friedhof in Glienicke gewesen. Aber wir hatten nie in Groß Glienicke eine jüdische Gemeinde, obwohl wir in den Jahren ab 1920 über 40 jüdische Bürger hatten.

Die jüdischen Bürger, die hier ansässig waren, hatten hier ihre Wochenendgrundstücke und gehörten zu jüdischen Gemeinden in Berlin. Da es keine jüdische Gemeinde gab, gab es auch keinen Friedhof.

Die Besatzungsmächte Amerikaner, Franzosen, Engländer und Russen, haben alle darauf bestanden, dass sie im Bereich Berlin einen Flughafen bekamen. Das Problem war: So viele zivile Flughäfen gab es gar nicht. Der Tempelhofer Flughafen wurde von den Amerikanern genutzt. Die Franzosen bekamen Tegel, damals ein kleiner landwirtschaftlicher Flughafen. Nun mussten die Engländer ja auch noch einen Flughafen bekommen. Den Briten wurde dann der Flughafen Gatow, hier direkt hinter unserem See zugesprochen. Die Russen bekamen einen Militärflughafen in Staaken.

Nun war die Besatzungszonenzuordnung so, dass Groß Glienicke eigentlich noch in die russische Besatzungszone insgesamt fallen würde. Die Briten jedoch wandten ein, so dicht an ihrem Flughafen keine Russen dulden zu wollen.

So entschied man; wir teilen Groß Glienicke als Ort, damit der Abstand zum Flughafen bestehen bleibt. Und wir teilen Staaken. So wurde getauscht.

Sicher wäre es besser gewesen, wenn wir dem britischen Sektor zugeordnet worden wären. Jedoch hat man das nicht berücksichtigt.

So wurden Familien geteilt. Mein Großvater hatte die große Schmiede am Spandauer Tor. (damals dann Berlin West, Anm. der Verfasser) und wir wohnten am Potsdamer Tor.

Er war in der britischen Besatzungszone. Wir waren in der russischen Besatzungszone.

Zu der Zeit durften wir noch hin und her. Es wurde erst kritisch in den Endvierzger- und Anfang der Fünfzigerjahre, als dann die Stacheldrahtzäune kamen – und wir nicht mehr rüber durften. Wir durften zunächst über den Grenzübergang Staaken an der B5 rüber wieder nach Westglienicke. Die Tatsache, dass die Besatzungsmächte Flughäfen brauchten, war Ausgangspunkt der Teilung von Groß Glienicke.

8.        Die ungewöhnlich reiche Ausstattung der Kirche hängt mit dem Patronat der Familie von Ribbeck von 1572 bis 1788 zusammen. Können Sie mir dazu Näheres berichten?[2]

a) Zur Taufe:

Als wir nach der Vereinigung Deutschlands überlegten: „Was nehmen wir als erstes in Angriff?“, entschieden wir uns, wir wenden uns als erstes der Taufe zu, weil diese sehr fragwürdig war in ihrer Stabilität. Dann kam der Restaurator, übrigens Janko Barthold, der heute noch unser Restaurator ist. Vom Förderverein wurde selbstverständlich ausgeschrieben. Es gab es mehrere Bewerbungen. Der jüngste Bewerber war Janko Barthold mit Kathrin Mikzas. Die beiden haben einen so sympathischen Eindruck hinterlassen und so klar gesagt, was sie machen wollen, dass wir uns dann für die beiden jungen Bewerber entschieden haben. Herr Barthold ist nun heute noch dabei. Er ist auch sehr verdienstvoll in dieser Kirche.

Zurück zum Beginn der Restaurierung der Taufe: Herr Barthold hat festgestellt, dass sich im Innern der Taufe eine Bleistifthandschrift befand. Ein Handwerker hat dort vermerkt, dass er 1639 die Taufe repariert hat. Wenn er sie 1639 repariert hat, war sie also schon vorhanden.
Dann haben wir weiter recherchiert und herausgefunden, dass Hans Georg III von Ribbeck 1640 im Auftrage seines Vaters Hans Georg II von Ribbeck  über dieser Taufe getauft wurde.

b) zur Brautpforte

Das nächste war die Restaurierung der Brautpforte, weil auch diese in einem sehr fragwürdigen Zustand war. Dann konnten wir systematisch die Hauptausstattungs-gegenstände einer Kirche restaurieren; das sind neben der Taufe als Hauptausstattungsstück der Altar und die Kanzel.

Als Hans Georg III von Ribbeck 1703 verstarb, waren mehr als 80% der Ausstattungsstücke – so wie du sie heute siehst – bereits vorhanden.

Durch die Kriegseinwirkungen und die folgende DDR-Zeit, durch den Abriss der Gutsarbeitersiedlung, den Abriss des Gutshauses und auch durch den Verfall vieler Gebäude hier im Ort waren Denkmäler gar nicht mehr vorhanden. So haben wir uns umso mehr verantwortlich gefühlt, dieses älteste Gebäude Groß Glienickes und inzwischen der Stadt Potsdam wieder in einen ansehnlichen ursprünglichen Zustand zu versetzen.

9. Seit 2003, nachdem Groß Glienicke nach Potsdam eingemeindet worden war, hat die Betreuung aller Maßnahmen durch die Untere Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt eingesetzt.
Die umfangreichen Restaurierungs-arbeiten sind bis auf die Patronats-loge erfolgreich abgeschlossen worden. Was hätten Sie lieber? Die Patronatsloge auf dem Boden? Oder lieber so, wie sie einmal gewesen ist, über der Linie zur Kanzel?

Ich bin ein Fan von Otto Wollanck, später von Wollanck.

Die Patronatsloge, die Hans George III von Ribbeck einbauen ließ in diese Kirche, ist dort jetzt die Orgelempore.

Dann hat der erste nichtadlige Rittergutsbesitzer Berger um1850 das Rittergut erworben und hat die Patronatsloge frei gegeben für eine Orgelerweiterung. Er hat Teile der Patronatsloge verwendet.

Er hat einen Zugang hinter dem Altar in die Ostwand brechen lassen. Das ist ein Frevel. Das nehme ich ihm heute noch übel. Er ist dann über eine Treppe am Epitaph der Gräfin von Lattorf hochgegangen und hat dann oben gegenüber der Kanzel gesessen; sogar etwas höher als die Kanzel. Böse Zungen behaupten, er wollte schauen, ob der Pfarrer womöglich abliest. Heute lesen die Pfarrer auch und kein Mensch ärgert sich darüber. Damals war das nicht zulässig.

Otto Wollanck, später von Wollanck hat 1890 das Rittergut erworben. Da war die Patronatsloge noch die, wie sie oben ist. Er hat dann aber gesagt: „Nein, ich bin nicht adlig, wie meine Gemeinde und möchte mit meiner Gemeinde auf einer Ebene sitzen und hat die Patronatsloge herunter geholt.

Zu Otto Wollanck hier im Ort ist noch zu sagen: Er hatte von so genannten „Möchtegern-Historikern keinen guten Ruf. Der Adel hatte aber auch während der ganzen 40 Jahre der DDR keinen guten Ruf. Aber er hatte in diesem Ort zu seiner Zeit einen sehr guten Ruf.

Als er das Rittergut 1890 erwarb, hat er die Gutarbeitersiedlung verbessert. Er hat einen Kindergarten für Gutsarbeiterkinder erschaffen. Er hat eine Schnitterkaserne modernisiert. Damals brauchte man schon polnische Hilfsarbeiter, um die Ernte einzubringen. Diese Gutarbeiter durften sowohl das zentrale Backhaus der Gutsarbeitersiedlung nutzen als auch das zentrale Waschhaus. Auch die Wohnungen für die Gutsarbeiter und der Gutshandwerker wurden modernisiert.

Alle Gutsarbeiter und Handwerker, die seinem Führungsstil gemäß eine ordentliche Arbeit geleistet haben, hatten eine Wohnung in der Gutsarbeitersiedlung, bestehend aus einem Flur, einem Wohnraum, einem Schlafalkoven für die Eltern, einer Wohnküche und einer Kammer für die Kinder.

In der Küche gab es einen Extrazugangsraum zu einem Keller. Zu jeder dieser Gutarbeiterwohnungen gehörte ausgangs der Küche ein kleiner Hof. Auf diesem Hof gab es - massiv gebaut – eine Außentoilette. Dazu gab es ein kleines Steingebäude mit einem kleinen Stall und einem kleinen Schuppen. Die Gutarbeiter hatten zur Unterstützung ihres Lebens einige Kleintiere halten können und bekamen jährlich ein Deputat mit dem sie diese Kleintiere ernähren konnten.

Weil er dieses Gut rationalisiert hat in der Gestaltung, hat er auch die Produkte, die er hergestellt hat, in der Regel Molkereiprodukte in Berlin selber vertrieben. Darum hat der letzte deutsche Kaiser 1913 Otto von Wollanck noch geadelt.

Er selber ist 1929 bei einem Verkehrsunfall in Berlin mit seiner Gattin in zweiter Ehe ums Leben gekommen. Interessant ist; sein Kraftfahrer war nicht schuld. Mit dem juristischen Teil gab es 1929 noch fürchterliche Auseinandersetzungen; wer ist vor wem verstorben. Es ist dann nachgewiesen worden Otto nach seiner zweiten Frau, sodass die Tochter aus erster Ehe Erbin des Gutes wurde, eine Frau von Schulz. Sie hatten einen Herrn von Schulz geheiratet. Und jetzt wird der schlechte Ruf des Herrn von Schulz auf die Familie Wollanck übertragen.

Der Herr von Schulz war ein strammer Nationalsozialist und hat das Rittergut, das ohnehin nicht mehr gut dastand, in den Bankrott geführt.

Otto von Wollanck hat meinem Großvater eine Schmiede zu einem symbolischen Wert verkauft, die dieser dann bis zu seinem Tode betrieben hat.

Es ist ja schon herauszuhören, dass ich ein Verfechter der Patronatsloge unten bin.

Aber ich verfechte die Loge. Herr Kalesse, der Stadtkonservator, hat gesagt: „ Reißen Sie das Ding ab.“ Da habe ich dann immer sagen müssen: „Befund ist Befund.“

Wir hatten vor den Ribbecks Patronatsherrschaften, und wir hatten nach den von Ribbecks Patronatsherrschaften. Alle hatten das Recht, hier ihre Spuren zu hinterlassen. Und das sind Spuren des Otto von Wollanck.

Er wurde 1913 noch geadelt unter dem letzten deutschen Kaiser, hat aber nicht mehr viel davon gehabt. Denn mit Ende des ersten Weltkrieges war es dann vorbei mit dem Adel, in der Vorrangstellung meine ich damit. Auch die Kirchenpatronatsherrschaften wurden damit aufgelöst.

Also Runterbringen der Loge. Warum wollen Menschen wie wir, erhöht sitzen? Das ist ja Hochmut. Und Hochmut kommt gleich vor dem Fall. Und unsere christliche Lehre setzt uns alle gleich vor Gott.

Das ist aber ein schönes Schlusswort! Vielen Dank für das ausführliche Gespräch, lieber Herr Radtke!


[1]Man darf davon ausgehen, dass die aus behauenen Feldsteinen errichtete Dorfkirche keinen Vorgängerbau hatte. Sie ist als einfache, ungewölbte gotische Saalkirche ohne Turm mit zwei nördlichen Eingängen, einer Priester- und einer Leutepforte (letztere nach der Reformation vermauert), zu Beginn der Dorfgründung um 1250 auf dem höchsten Punkt des Dorfes errichtet worden. Drei Schachbrettsteine, bis heute die einzigen bekannten westlich von Berlin, an der ehemaligen Priesterpforte, an der Nordostecke der Kirche und an der Westseite, deuten auf diesen Entstehungszeitraum hin. Sie sind neben dem Kirchenbau selbst die bedeutendsten mittelalterlichen Kleindenkmale des Dorfes.

[2]In Groß Glienicke wirkte der weniger berühmte, aber historisch bedeutendere osthavelländische Zweig dieser Familie. Nach dem Tode des Matthias von Ribbeck im 16. Jahrhundert teilte sich die Familie in zwei Linien. Georg von Ribbeck begründete die osthavelländische Linie mit Stammsitz in Glienicke, Christoph von Ribbeck die westhavelländische Linie mit Stammsitz in Ribbeck. So, wie sie heute zu sehen ist, gibt die Dorfkirche in etwa den Zustand wieder, in den sie im 17. Jahrhundert versetzt wurde, erklärte der ehemalige Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Verantwortlich dafür war vor allem Hans Georg III. von Ribbeck. Der Patronatsherr von Groß Glienicke und Dechant des Brandenburger Domstifts entstammte dem osthavelländischen Zweig der Familie – dem westhavelländischen Zweig hat bekanntlich Theodor Fontane mit seinem berühmten Gedicht ein Denkmal gesetzt. Hans Georg III. ließ die Dorfkirche ab 1679 umbauen. Als erstes verkürzte Hans Georg III. den Kirchensaal etwas, indem er eine starke Fachwerkwand in etwa 3,50 m Abstand von der Westwand in den Raum stellen ließ. Durch diesen neu geschaffenen Vorraum betritt man seither die Kirche, zudem bekam die Kirche ihr heutiges Dach nebst Türmchen. Anschließend ersetzte man die Holzbalkendecke durch das heutige stuckierte Spiegelgewölbe auf hoher Voute. Die Spiegel sind mit dem Gottessymbol und Engelsdarstellungen ausgemalt. Die Kirchenfenster wurden vergrößert, die Familiengruft angelegt und der Fußboden angehoben.

Icon EventsSt. Martin

Heilige sind Lichter, die uns den Weg wiesen
zu einem Leben in friedvoller Nachbarschaft mit unseren Mitmenschen und der ganzen Schöpfung.
Nachdem der St. Martinszug im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Situation abgesagt werden musste, waren wir in diesem Jahr wieder unterwegs,
am Martinstag, 11. November:
ab 17 Uhr in unsere Dorfkirche,
um vom Heiligen Martin zu hören,
zu singen und zu beten
und zum Umzug mit schönen Laternen (selbst gebaut oder gekauft) in einer verkleinerten Runde von der Kirche zum See, am Begegnungshaus vorbei zum Pfarrhof.
Dort wartete ein kleines symbolisches Feuer auf uns.
Auch der Heilige Martin und der Bettler waren zu entdecken.

 

Icon EventsDankeschön unserer Gemeinschaftsunterkunft

In diesem Jahr erhielten die Bewohner unserer Geflüchtetenunterkunft die zahlreich zusammengetragenen Erntedankgaben.

Die Jüngsten unter ihnen bedankten sich rührend mit einem selbst gestalteten Bild.

Erntedankgaben +++ Wir sagen Danke!

Icon recommendedZu Erntedank geschmückter Kirchenraum

Das waren die Highlights des Gemeindefestes

Wutanfall - Mutanfall = Thema des Familiengottesdienstes von und mit Ute Hering
  • Smart-Phone-Spaziergänge mit elektronischen Andachten zur Jahreslosung
    "Seid barmherzig, wie auch Euer Vater im Himmel barmherzig ist" nach einer Idee von Diakonin Michelle Klose
  • Bastelaktion Lesezeichen - Valerie Westberg
  • Lesen unter der Linde - Maria Riemesch
  • Lieder zu den Geschichten von Astrid Lindgren - Susanne Schaak
  • Kirchenführungen - Burkhard Radtke, Janko Barthold
  • Bibel-Quiz - Flois Knolle-Hicks
  • Einweihung des Spielplatzes mit Pauken und Trompeten, äh Trommeln
  • Vorstellung des Projektes Kirchacker Marc Fechner
  • Würstchen vom Grill und kalte Suppe (Gazpacho)
  • Kaffee und Kuchen in Buffet-Form mit verteilter Sitzordnung
  • Abschlusskonzert

Icon recommendedVorgestellt - Unsere GKR-Vorsitzende

Gundula Zachow (geb. Wauer)
Geburtsjahr1974
Familienstandverheiratet
HerkunftSachsen-Anhalt
BerufPfarrerin
Hobbyswenn ich mal Zeit dazu habe: Lesen (Belletristik darf auch gern mal ein theologisches Fachbuch sein), kreatives Schreiben, Filme schauen, Wandern
LeidenschaftTango Argentino
Vorbilderkeine Promis oder Heiligen, sondern meine Freunde und guten Bekannten, auch Gemeindeglieder, die mich, so wie sie sind und wie sie ihre Ideale leben, beeindrucken
Kirchliche Laufbahn oder Wie ich zur Kirche gefunden habeAls Kind einer Pfarrerin und eines Kirchenmusikers hatte ich es nie weit zur Kirche. Kirche und Gemeinde sind mir immer Heimat geblieben (die Gemeinde noch mehr als die Kirche)

Icon recommendedVorgestellt - Unser stellvertretender GKR-Vorsitzender

Armin Albert Rheder

 

Geburtsjahr1954
Familienstandgeschieden, zwei erwachsene Kinder
HerkunftBerlin-Spandau, seit Februar 2018 Groß Glienicke
Beruf(e)Ausbildung beim Senator für Inneres in Berlin
Mein ganzes Berufsleben über in der in der Verwaltung der Technischen Fachhochschule Berlin
spätere Beuth-Hochschule für Technik in Berlin-Wedding
zunächst Beamter im mittleren, später im gehobenen Dienst in verschiedenen Bereichen
die längste Zeit im Personalreferat
seit Januar 2018 im Ruhestand
HobbysLesen, Fahrrad- und Motorradfahren
LeidenschaftYoungtimer mit zwei und vier Rädern
Vorbilderalle, die sich uneigennützig für eine Sache engagieren
Funktion innerhalb         des GKRstellvertretender Vorsitzender und u.a. für den Haushalt verantwortlich
Was möchte ich bewegen?Ich wünsche mir, dass sich mehr Gemeindemitglieder für unsere Kirche und ihre Aufgaben interessieren und auch die Gottesdienste besuchen.
Kirchliche Laufbahn oder Wie ich zur Kirche zurückgefunden habe

Ich bin getauft und konfirmiert und war immer Mitglied der ev. Kirche, bin aber erst seit meinem Umzug nach Groß Glienicke wieder aktives Gemeindemitglied.

 

 Gespräch (online geführt) im Konfirmandenunterricht
am 18. Februar 2021 mit unserem Gast aus dem Gemeindekirchenrat: Armin Rheder

Frau Zachow (an die KonfirmandInnen): Ich begrüße heute bei uns in der Onlinerunde Herrn Rheder. Er ist stellvertretender Vorsitzender im Gemeindekirchenrat. Es ist schon eine Weile her, da haben wir darüber gesprochen, dass der Gemeindekirchenrat die Leitung der Kirchengemeinde ist und welche Aufgaben er so hat. Heute ist Herr Rheder bei uns und wir können ihn direkt fragen, wie er zum Gemeindekirchenrat gekommen ist und was ihm bei dieser ehrenamtlichen Arbeit besonders wichtig ist.

Herr Rheder: Für den Gemeindekirchenrat habe ich kandidiert, weil ich in der Kirchengemeinde helfen möchte. Ein besonderes Anliegen ist es mir dabei, dass wieder mehr Leute sonntags in den Gottesdienst in unsere schöne Kirche kommen.

Ich wohne selbst noch nicht so lange hier; bin nach meiner Pensionierung 2018 hierher nach Groß Glienicke gezogen.

Max: Was haben Sie gearbeitet, bevor sie Rentner wurden?

Herr Rheder: Ich war an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin im Personalreferat tätig.

Als ich dann hierhergezogen war, bin ich sonntags zum Gottesdienst gegangen. Da hatte ich ja nun Zeit dazu. (Früher bin ich ja, ehrlich gesagt, nicht so regelmäßig dazu gekommen.) Und da hat mich Herr Radtke, der bis Ende 2019 Vorsitzender des Gemeindekirchenrates war, angesprochen, ob ich bei der bevorstehenden Wahl für den GKR kandidieren würde. Ich habe gesagt: „Als Nachrücker oder Ersatzältester kann ich es ja mal versuchen.“ Aber dann gab es gar nicht so viele Kandidatinnen und Kandidaten. Da bin ich dann als echtes Mitglied auf die Liste gekommen. Als gewähltes neues GKR-Mitglied habe ich dann auch den stellvertretenden Vorsitz übernommen. (Frau Zachow kann ja auch nicht alles alleine machen.) Sie ist jetzt die Vorsitzende, die Pfarrerin. Eigentlich sollte den Vorsitz besser auch ein ehrenamtliches Mitglied übernehmen, aber da ich noch neu in der Gemeinde war, habe ich mir das nicht gleich zugetraut. Noch nicht; erst mal reinschnuppern!

Frau Zachow (an die KonfirmandInnen): Wenn ihr das so hört – was wäre für euch ein wichtiges Anliegen, wenn ihr im Gemeindekirchenrat wärt?

Carlotta: Ich würde organisieren helfen, dass der Müll, der in Groß Glienicke immer so viel liegen bleibt, gemeinschaftlich eingesammelt wird.

Ben: Ich würde mich dafür einsetzen, dass das Gemeindehaus mal wieder renoviert wird und neue Möbel bekommt.

Frau Zachow: Das ist witzig. Über die Möglichkeit einer Renovierung des Gemeindehauses beraten wir u.a. tatsächlich zurzeit im Gemeindekirchenrat. Leider ist unsere Konfirmandenunterrichtszeit heute schon fast wieder um. Herr Rheder, wollen Sie noch etwas erwidern?

Herr Rheder an die KonfirmandInnen: Ich habe noch einen Wunsch: Ich wünsche mir, dass ihr euch nach eurer Konfirmation auch immer mal in der Gemeinde blicken lasst und die Gottesdienste besucht. Bringt gerne auch eure Eltern mit! Ihr könntet auch Aufgaben übernehmen. Bisher stellen ja die GKR-Mitglieder auch die Kirchdienste, aber Bücher austeilen, Kerzen entzünden und Kollekte einsammeln, da könntet ihr schon helfen.

Frau Zachow: Ja und die Texte des Sonntags vorlesen. Das könnt und dürft ihr auch schon mal machen.

(Die Zeit für das Onlinetreffen war auf 40 min begrenzt. Wir hätten noch Gesprächsstoff gehabt. Aber dies war ja auch das erste Gespräch mit einem Mitglied des Gemeindekirchenrates für die KonfirmandInnen-Gruppe, aber sicher nicht das letzte.)

 

Icon recommendedVorgestellt - Der trompetende Schriftführer

                                                                    Dr. Michael Stettberger

 

Geburtsjahr: 1966

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Herkunft: Wipperfürth im Bergischen Land

Beruf: studiert und promoviert als Dipl. Geograph mit Schwerpunkt Regionalentwicklung, seit 20 Jahren Berater für Anwendungssoftware im öffentlichen Bereich, seit 2019 Vertriebsleiter Anwendungssoftware für Notariate
Hobbies: Trompete spielen, Reisen, guten Wein finden und nach langer Lagerung genießen, Lesen
Leidenschaft: Leben!

Vorbilder: Mit den Vorbildern ist es wie mit der Bergpredigt. Man traut sich kaum, sich daran zu messen, und doch ist es dringend geboten, Ihnen nachzueifern und in ihrem Sinne zu handeln. Dietrich Bonhoeffer ist so einer.

Funktion im GKR: Schriftführer und (wie wir alle) kritischer Geist.

Was ich bewegen möchte:

Zum einen möchte ich als Schriftführer einfach meine Arbeit tun. Das ist nicht weltbewegend, und – viel schlimmer: es ist in unseren Kirchengemeinden heute keineswegs mehr selbstverständlich. Immer weniger Menschen lassen sich für ein kirchliches Ehrenamt gewinnen. Da ist es schon viel, wenn wir einfach nur die Arbeit tun, die ansteht. Dazu will ich als Schriftführer beitragen, auch wenn es Tätigkeiten gibt, die spannender sind als GKR-Protokolle zu schreiben.
Und dann wünsche ich mir, dass wir als Kirchengemeinde viel stärker in die weltliche Gemeinde Groß Glienicke hineinstrahlen. Beispiel 
Tag der offenen Gesellschaft: Die Arbeitsgemeinschaft Helfende Gemeinde (AG HG) hat diese weltliche (!), bislang noch viel zu wenig bekannte Initiative für Offenheit, Vielfalt und Toleranz in unserer Gesellschaft aufgegriffen und will – zusammen mit den beiden Schwestergemeinden in Kadow – am Tag der offenen Gesellschaft ganz buchstäblich für diese Werte einstehen: konkret, physisch (auf der Straße) und zusammen mit allen freiheitlich-demokratischen gesinnten Gruppen, Vereinen, Parteien, Unternehmen usw. Dass dies von Jahr zu Jahr immer besser gelingen möge, wünsche ich mir sehr. In GKR und AG HG arbeiten wir daran.

Und schließlich liegt mir die Musik in unserer Gemeinde am Herzen, denn auch Musik kann Verkündung des Wortes Gottes sein. Wie und wo ich kann, werde ich dazu beitragen.

Kirchliche Laufbahn:

Im Gemeindekirchenrat aktiv bin ich seit 2013. Dazu gekommen bin ich über meine langjährige Aktivität als Trompeter im Bläserchor unserer Kirchengemeinde. Irgendwann lag die Frage unseres damaligen Pfarrers Dr. Bernhard Schmidt einfach nahe, ob ich nicht für den Gemeindekirchenrat kandidieren wolle. Da habe ich ja gesagt.

Dass ich im Bläserchor Trompete spiele, geht viel weiter zurück und hat mit einem Auftritt des Königs Herodes im Krippenspiel an Heilig Abend 2000 zu tun. Aber das ist eine Geschichte, die erzählte und nicht aufgeschrieben werden will …

 

 KonfirmandInnen interviewen Kirchälteste

Am 15. April 2021 hatten wir in unserem Konfirmandenunterricht (online durchgeführt) zwei unserer Kirchenältesten zu Gast: Dr. Michael Stettberger und Maria Rädiger.

Zuerst stellte sich uns Dr. Michael Stettberger vor. Er erzählte:

Zur Kirchengemeinde Groß Glienicke gehöre ich nun seit 21 Jahren.

Damals bin ich zusammen mit meiner Frau hierher nach Groß Glienicke gezogen. Es war für uns ein Neuanfang, nachdem unser erster Sohn kurz zuvor gestorben war. Mit dem Umzug verbunden war für mich auch ein beruflicher Neuanfang. Was mich zum aktiven Gemeindeglied gemacht hat, war letztlich meine Trompete. Unser damaliger Pfarrer Dr. Schmidt sprach mich an, ob ich nicht beim Krippenspiel einen Salut blasen könnte. Das habe ich getan und bin dabei einer Organistin begegnet, die mich gleich festgenagelt hat: Du spielst mit. Und so spielte ich nicht nur den Salut zum Einzug des Herodes, sondern auch die Weihnachtslieder, die im Gottesdienst gesungen wurden. Daraus ist dann der Groß Glienicker Bläserchor wiedererstanden. Und ich bin aus dem Winterschaf erwacht und in der Gemeinde aktiv geworden. Außerdem habe ich entdeckt, dass es hier in der brandenburgischen ev. Kirche fröhlicher zuging als in meiner früheren westfälischen Heimat. Auch das brachte mich dazu, nun viel mehr mitzumachen. Auf einer Reise nach Südafrika habe ich im Township mit den Menschen dort gearbeitet. Ihre Fröhlichkeit hat mich bewegt und mich dazu angeregt, hier bei uns mit anderen zusammen die AG „Helfende Gemeinde“ ins Leben zu rufen, um in der Kirchengemeinde und darüber hinaus praktisch Hilfe zu leisten. Seit 2013 … oder war es 2014? … arbeite ich außerdem noch im Gemeindekirchenrat mit. Ich bin dort nach und nach in die Arbeit hineingewachsen. In der jetzigen Legislatur bin ich Schriftführer und protokolliere die Sitzungen.

Max: Wie lange wollen Sie das machen im GKR?

Dr. Stettberger: Da habe ich mir kein Ende gesetzt.

Justus: Woher kommt die Begeisterung?

Dr. Stettberger: Den Glauben habe ich von meinen Eltern vorgelebt bekommen – letztlich ist er ein Geschenk Gottes. Aber auch die Aufforderung anderer ermutigt mich dazu, mich zu engagieren. Außerdem habe ich selbst immer wieder Hilfe in der Gemeinschaft gefunden, wenn mir das Leben so schwere Lasten auferlegt hat, das ich mir allein nicht helfen konnte. Und nicht zuletzt macht es einfach Spaß und hat auch dazu geführt, dass ich neue Freundschaften geschlossen habe. Die Gemeinde ist für mich ein Ort, der zum Leben dazugehört.

Arved: Was ist Ihnen am Glauben am wichtigsten?

Dr. Stettberger: Der Glaube verändert das ganze Leben und eröffnet die Aussicht, dass es nach dem Tod weitergeht. Ein besonderer Anstoß für mein Christsein ist mir die Bergpredigt aus Matthäus 5-7. Sie vermittelt uns, was Christsein heißt. Zwar ist der Anspruch sehr hoch, aber wenn wir nur einen kleinen Bruchteil davon umsetzen können, ist viel gewonnen. Und ein weiterer biblischer Text ist mir in Bezug auf den Glauben besonders wichtig: Markus 10, die Segnung der Kinder. Jesus stellt uns die Kinder dort als Vorbild für den Glauben hin und sagt: „Wer das Himmelreich nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

Den Interviewpart mit Maria Rädiger lesen Sie in der kommenden Ausgabe!

Icon recommendedVorgestellt - Unsere Waldfee

Maria Rädiger

Geburtsjahr1984
Familienstand  zwei Kinder
HerkunftIch bin schon lange mit dem Ort verbunden, da meinen Großeltern seit den 1930ern ein Grundstück in Groß Glienicke gehört. Geboren bin ich in Sachsen, aufgewachsen dann größtenteils in Bayern.
BerufPharmazeutisch-Techn.-Assistentin
HobbysGärtnern, Handwerken, Lesen, Musik
LeidenschaftIch liebe meinen Garten und das werkeln darin, ebenso wie das Grün im Haus. Natur und die Ruhe darin laden meine Akkus wieder auf.
VorbilderFrauen, die für sich einstehen, ihren Weg gehen und sich durch nichts und niemanden beirren lassen
Funktion innerhalb des GKRIch bin für die Verwaltung des Kirchenwaldes und der Pachtgrundstücke zuständig, sowie für das Verteilen der Aushänge in die Schaukästen. Zudem ist die Arbeit mit Kindern eins meiner Herzensthemen.
Was will ich bewegen?Die Arbeit mit Kindern liegt mir sehr am Herzen, und ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Gemeinde weiter wächst und sie jung und lebendig bleibt. So war und ist mir der neue Spielplatz vor dem Gemeindehaus ein großes Anliegen und ich freue mich, dass es dort voran geht und wir dort hoffentlich auch bald wieder alle zusammen spielen können


KonfirmandInnen interviewen Kirchenälteste

Am 15. April 2021 hatten wir in unserem Konfirmandenunterricht (online durchgeführt) zwei unserer Kirchenältesten zu Gast: Dr. Michael Stettberger und Maria Rädiger. Das Interview mit Herrn Stettberger haben Sie in der Juni-Ausgabe lesen können. Nun folgt das Gespräch mit Maria Rädiger.

Maria Rädiger stellt sich vor. Sie erzählt:

Ich bin verheiratet und wir haben zwei Kinder, zwei Söhne. Geboren bin ich in Sachsen, aufgewachsen aber in Bayern. Zwischenzeitlich habe ich auch in den USA gelebt und bin innerhalb von Deutschland viel umgezogen. Nach meinem Abitur in München, habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in Heidelberg im Bereich Psychiatrie gemacht. Dann habe ich in Halle fünf Semester Chemie studiert, habe dann aber gewechselt und eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen-Assistentin (PTA) gemacht. Diese Ausbildung ist besonders auf die Labortätigkeit ausgerichtet.

Pfrn. Zachow: Wie bist du zur Kirchengemeinde gekommen?

Frau Rädiger: Ich bin als Baby getauft und später dann auf eigenen Wunsch konfirmiert worden in Bayern.

Meine Urgroßmutter hatte bereits in den 1930er Jahren ein Grundstück hier in Groß Glienicke gekauft. Nachdem meine Großeltern in Berlin ausgebombt worden waren, sind sie hierher auf dieses Grundstück gezogen. Meine Oma hat dort dann ein Haus gebaut. In meinen Ferien war ich oft mit meiner Oma hier im Gottesdienst. Heute wohne ich mit meiner Familie auf dem besagten Familiengrundstück. Nachdem unser erster Sohn Philipp geboren war, bin ich auf die Krabbelgruppe hier in der Kirchengemeinde gestoßen. Da bin lange hingegangen, weil ich davon begeistert war. Und jetzt mit unserem zweiten Sohn Alexander wollte ich auch gern wieder so ausgiebig „krabbeln“, aber da kam dann irgendwann Corona dazwischen. In den vergangenen Jahren habe ich mich in der Gemeinde zu vielen Anlässen engagiert: beim Flohmarkt, auf Gemeindefesten, und für andere besondere Anlässe habe ich immer gern Kuchen gebacken. Und seit November 2019 bin ich nun auch im Gemeindekirchenrat. 

Pfrn. Zachow: Ist die Arbeit im GKR anders als du sie dir vorgestellt hattest? 

Frau Rädiger: Ich finde es schön, hinter die Kulissen zu schauen. Das ist sehr spannend zu erleben, was alles von uns Ältesten entschieden werden kann und auch muss – selbst jetzt in Corona-Zeiten. 

Max: Was genau machen Sie im GKR? 

Frau Rädiger: Ich bin Mitverantwortliche für alles, was mit unserem Kirchenwald und den Pachtgrundstücken zusammenhängt und ich verteile immer die Aushänge im Ort. Meine Herzensthemen sind außerdem: die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde, die Erneuerung unseres Spielplatzes vor dem Gemeindehaus, die Festplanung und der Kirchdienst für die Gottesdienste. 

Justus: Was wird außer Schließungen und Festen noch geplant? 

Frau Rädiger: Sehr viel. Vor Kurzem haben wir z.B. eine neue Liturgie für den Gottesdienst hier beschlossen. Außerdem planen wir Veranstaltungen wie z.B. Konzerte, Gesprächsrunden, Lesungen. 

Pfrn. Zachow: Außerdem müssen wir im GKR entscheiden über den Haushalt, Finanzen, die Gestaltung des Friedhofs usw. 

Frau Rädiger: Und über Wiedereintritte und Umgemeindungen …

 Da wir zu Beginn ein paar technische Schwierigkeiten hatten, war am Ende für das Gespräch mit Maria Rädiger nicht mehr so viel Zeit, wie wir hätten gern nutzen wollen. An anderer Stelle ergibt sich vielleicht die Gelegenheit, hier anzuknüpfen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Maria Rädiger und Dr. Michael Stettberger für das Interview! Auch den Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahrgangs 2020-22 herzlichen Dank!

 

Icon recommendedVorgestellt - Unser Lektor

Michael Diedrich
Geburtsjahr1960
Herkunftseit 1967 in Groß Glienicke
BerufVerwaltungsangestellter bei Fliedner Lafim-Diakonie
HobbysFußball gucken im Verein Hertha BSC + Turbine Potsdam
Vorbildmein Großvater mütterlicherseits
Funktion innerhalb des GKRLektorendienst
Was will ich bewegen?Zusammenführung neu zugezogener Gemeindeglieder mit den Alteingesessenen

 

 

Icon recommendedVorgestellt - Unser Youngster

Henri Theo von Bebber

Geburtsjahr2003
Familienstand   ledig
HerkunftNauen
BerufSchüler
Hobbys

Geige/ Orchester-Aufbauschule Berlin-Charlottenburg/ Schulorchester,
Karate/ Jiu-Jitsu, 
Anglerprüfung im März 2019, 
Segelgrundschein, 
Tauchclub Babelsberg

LeidenschaftMeereskunde, Zoologie, Botanik
Vorbildermeine Eltern
Vater/ Redakteur Tagesspiegel, Mutter Moderatorin rbb-Kulturradio

Icon recommendedVorgestellt - Der fotografierende Schreiberling

Janin Venus
Geburtsjahr1971
Familienstandverheiratet
HerkunftAltmark
Beruf(e)

Studium Germanistik/ Slawistik, Fotografin, aktuell voll berufstätig in der Verwaltung einer Privatklinik

Hobbys

Lesen in jeder Lebenslage, Wissen schürfen, Geschichte v.a. zu Potsdam und den Hohenzollern. Gerade bin ich im 2. - 10. Jahrhundert in der Kirchengeschichte unterwegs.

LeidenschaftIch liebe Bücher und Bibliotheken.
Vorbilder

Ganz eindeutig Burkhard Radtke. 50 Jahre im Ehrenamt. Irre. So alt bin ich noch nicht einmal. Und so viele Jahre im Ehrenamt werde ich wahrscheinlich in meinem Leben nicht schaffen.

Kirchliche Laufbahn oder Wie ich zur Kirche zurückgefunden  habe

Eigentlich bin ich als Katholikin „sozialisiert“ Als im Jahr 2015 die ersten Syrer in Groß Glienicke ankamen und in der Gemeinschaftsunterkunft ein neues Zuhause fanden, wollte ich ihnen eine Freude machen und habe ihnen die Gebetszeiten der Muslime für Deutschland auf einem A3-Plakat ausgedruckt, damit sie auch hier wüssten wann es Zeit für eines ihrer täglichen Gebete ist. Das war an einem Samstag.
Am Sonntag saßen viele von ihnen hinter mir in der Kirchenbank. Sie waren und sind christliche Glaubensbrüder.
Manchmal brauchte ich Ruhe von der zermürbenden Arbeit als Ehrenamtliche in der Flüchtlingsunterkunft, von den Geschichten, die nicht einfach so „verdaulich“ waren. Ich fand Ruhe und Zeit für Zwiesprache mit Gott im Gebet – ganz allein an diesem Ort – unserer Kirche. Später habe ich noch oft mit muslimischen Geflüchteten gesprochen. Wir waren uns immer einig: egal wie die Geschichten lauten, egal wie unserer Glaubensbuch heißt. Wir glauben an Gott, egal, welchen Namen wir ihm geben. 

Kinder- und Jugendarbeit, Geschichte, unserer schönen Kirche, Fotografie und Gestaltung von Postern, die Gestaltung der Website, Zuarbeit für den Heveller, vielleicht auch ein wenig Bindeglied zwischen den Religionen sein – das sind - kurz gesagt - meine Schwerpunkte.

Icon MediaGedanken zur Jahreslosung 2021

Von Moritz Gröning

Nobody is perfect! Niemand? Ja, niemand. Warum verlangt Jesus das dann von uns? „Seid vollkom­men, wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist“, heißt es bei Matthäus in der Bergpredigt. Unglaublich. Bei Lukas in der Feldpredigt klingt es einfacher: „Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist.“

Klingt aber auch nur einfacher. Sind wir barmherzig? Was heißt das überhaupt? Kann ich das einfach tun? Es geht um Gefühl, nicht um Verstand. „oiktirmon“ heißt es auf Griechisch. Das ist Klagen, Weinen, Mitleiden. Leid mitfühlen. So wie sich im Hebräischen „rachamim“ ganz physisch der Schoß, die Eingeweide zusammenziehen. Erbarmen aus fast körperlicher Notwendigkeit, es schnürt uns das Herz zusammen, wenn wir den anderen wahrnehmen, wenn er Hilfe braucht und wir trösten können.

Es geht nicht um verstandesmäßige Gerechtigkeit, nicht um „soziale Gerechtigkeit“. Es geht um Mitgefühl, gerade wenn der oder die andere es nicht verdient hat. Gott war am Sinai barmherzig, gerade als sein Volk ihn verschmäht und ums goldene Kalb tanzt. Es geht um Mitgefühl, „sich anrühren“ lassen. Nicht Urteil, sondern Herz, den oder die Nächste als Mitmenschen sehen, als Ebenbild Gottes. – Gerechtigkeit braucht es auch. Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit zerstört alle Ordnung. Aber Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit wäre grausam. Hier aber geht es nicht um Gerechtigkeit. Jesus sagt: „Liebt eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen!“

Schaffen wir das? Kaum – wir sind nicht vollkommen. Wir sind nur „im Bilde Gottes“, sind nicht Gott. Das ist aber in Ordnung, es ist schon viel, wenn wir „Kinder des Höchsten“ sind. Das verlangt Umdenken. Nobody is perfect, wir sollen nicht Gott sein, aber wir sollen uns an Ihm ausrichten, uns anrühren lassen von Ihm, unserem Gegenüber der Nächste werden. Das ist eine Haltungsfrage. Eine gute Haltung, ein guter Vorsatz für das neue Jahr 2021, das uns alle sicher herausfordern wird.

Sei es uns allen ein gesegnetes Jahr, ein Jahr der Barmherzigkeit!

Icon recommendedGemeindeversammlung am 6. September 2020

Werte Leserinnen und Leser;

„Es schwelt schon länger in den Kirchenkreisen Potsdam, Nauen-Rathenow und Falkensee: Die Kreisgrenzen sollen verändert werden. Das Schreckgespenst: Wird der Kirchenkreis Falkensee womöglich zerschlagen, und die ländlichen Kirchengemeinden Groß Glienicke und Fahrland werden Potsdam zugeschlagen? Die Konsequenzen könnten drastisch sein. Würde Groß Glienicke am Ende keine eigenständige Kirchengemeinde mehr sein?“ So haben wir als Gemeindekirchenrat schon in der Augustausgabe auf ein Thema aufmerksam gemacht, dass uns beschäftigt hat und weiter beschäftigt. Wir wollten unsere Gemeindemitglieder gern informieren, was es mit den Strukturplanungen auf sich hat und luden darum zur Gemeindeversammlung ein. 

Dort verdeutlichte Dr. Michael Stettberger (Mitglied im Gemeindekirchenrat) uns die bisherige Entwicklung und die Beschlüsse unserer Kirchengemeinde zum Thema Strukturveränderungen.

Roland Stolt, Präses der Kreissynode des Kirchenkreises Falkensee, erläuterte die Gestalt des Kirchenkreises und seine Aufgaben, sowie die Entwicklung der Diskussion auf der Kreisebene. 

Moritz Gröning (Mitglied im Gemeindekirchenrat und Kreissynodaler) referierte uns die Bedeutung des Kirchenkreises für unsere Kirchengemeinde.

Und ich selbst gab einen Überblick über die Angebote unserer Kirchengemeinde und wie stark dabei jeweils die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte involviert sind.

U.a. wurde auf der Versammlung etwas deutlicher, wie die Idee überhaupt entstanden ist, die Kreisgrenzen zu verändern; wie sich unser Kirchenkreis (einschließlich unserer eigenen Kirchengemeinde) bisher dazu verhalten hat und wie sich die Diskussion zwischen der Kirchenleitung und den betroffenen Kirchenkreisen seit Anfang diesen Jahres entwickelt hat.

Es wurde auch deutlich, wie unterschiedlich die drei Kirchenkreise sind in ihrer geografischen Ausdehnung, als städtische oder ländlich geprägte Kirchenkreise und in ihrer Dichte an Gemeindegliederzahlen - was aber nicht heißt, dass wir uns einander nicht gut geschwisterlich ergänzen könnten. Es ist immer gut und bleibt selten folgenlos, einen Blick über den „eigenen Tellerrand“ zu wagen.  

Gegenüber unserer Kirchenleitung sind wir jetzt gefragt, tragfähige und zukunftsträchtige Ideen zu entwickeln, wie wir Christinnen und Christen in Stadt und Land einander effizienter unterstützen können, denn hier wie dort werden wir nun einmal weniger.

Wir machen als Gemeinden und auf der Kirchenkreisebene viele Angebote, die sich an eine große Breite an Zielgruppen richten, aber nicht immer von vielen in Anspruch genommen werden.  Wie können wir zukünftig unsere Kräfte bündeln, unsere wichtigen Angebote noch weiter streuen und noch mehr Menschen erreichen, ohne dass wir dafür die starke Bindung zu den Menschen vor Ort verlieren?

All das sind schwerwiegende Fragen, die keineswegs nur auf höheren Ebenen der kirchlichen Organisation bedacht werden sollen. Jede und jeder ist gefragt, mit eigenen Ideen den Prozess mitzugestalten, der längst begonnen hat und von dem die Strukturdiskussion zeugt.

Noch wissen wir nicht, wohin uns das Thema weiter führt, aber wir wissen, dass wir wieder einladen werden zur Gemeindeversammlung im kommenden Jahr, damit wir miteinander im Gespräch bleiben.

Pfarrerin Gundula Zachow

Icon recommendedWeitergehende Informationen zur Gemeindeversammlung

Icon recommendedWarum diese Gemeindeversammlung so wichtig war

Es schwelt schon länger im Kirchenkreisen Falkensee: Die Kreisgrenzen sollen verändert werden. Das Schreckgespenst: Wird der Kirchenkreis Falkensee womöglich entlang der Bundesstraße 5 zerschlagen, und Groß Glienicke und Fahrland werden Potsdam zugeschlagen? Die Konsequenzen könnten drastisch sein: Würde Groß Glienicke am Ende keine eigenständige Kirchengemeinde mehr sein?

Diese Fragen betreffen die gesamte Gemeinde und gehören in deren Mittelpunkt. Deswegen laden wir Sie – unsere Gemeindeglieder – zur Gemeindeversammlung ein, um Sie zu informieren, mit Ihnen zu diskutieren und Ihre Sichtweisen zu hören.

Zum Hintergrund: Bereits 2018 war der Gemeindekirchenrat mit der Frage der Neuordnung der Kirchenkreise konfrontiert. Auslöser war ein Antrag des Kirchenkreises Potsdam, die Kirchengemeinde Groß Glienicke und den Pfarrsprengel Fahrland mitsamt dem Krampnitzer Neubaugebiet nach Potsdam „einzugemeinden“. Zusammen mit allen Gemeindekirchenräten im Kirchenkreis Falkensee haben wir uns damals gegen den Antrag ausgesprochen. Wir wollen bei Falkensee bleiben. Zum einen verstehen wir uns als ländliche Gemeinde, die mit großem Engagement im Kirchenkreis Falkensee integriert ist. Zum anderen wollen wir unsere Eigenständigkeit als Kirchengemeinde behalten. Das ist keine Formalie, sondern wird im täglichen Gemeindeleben unmittelbar spürbar – allem voran an der eigenen Pfarrstelle und den allsonntäglichen Gottesdiensten.

Im Frühjahr 2020 hat die Leitung unserer Landeskirche das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Sie hat die drei Kirchenkreise Nauen-Rathenow, Falkensee und Potsdam aufgerufen, bis „Anfang 2023 zu einem einvernehmlichen Vorschlag“ für eine Neuordnung der Kirchenkreise zu kommen, der zum 1. Januar 2024 in Kraft treten soll. Bleibt der Lösungsvorschlag der Kirchenkreise aus, entscheidet die Kirchenleitung.

Der Antrag aus Potsdam mag Auslöser dieser Entwicklung gewesen sein. Aber es steckt viel mehr dahinter.
In der Landeskirche sinkt die Zahl der Gemeindeglieder, und das ehrenamtliche Engagement nimmt ab. So sind Neuordnungen von Verwaltungsgrenzen in der Kirche auch eine Folge nicht wahrgenommener ehrenamtlicher Aufgaben. Z.B. werden Kirchengemeinden unter Zwangsverwaltung gestellt, weil sie keinen Gemeindekirchenrat aufstellen können. Das wiegt umso schwerer, als unsere evangelische Kirche eine Kirche der Laien ist. Sie gibt dem Ehrenamt eine oft unterschätze Kraft. Deshalb möchten wir unsere Gemeindeglieder ausdrücklich ermuntern, ihr Engagement beizubehalten, und diejenigen, die sich bisher nicht aktiv in das Gemeindeleben einbringen, herzlich einladen, dies zu tun.

Wie wir die Kirche der Laien stark machen und an der anstehenden Neuordnung der Kirchenkreise aktiv mitwirken können, machen wir in der Gemeindeversammlung zum Thema.

Mit herzlichem Gruß
Ihr
Gemeindekirchenrat

Trauerbegleitung und Trauergruppe

Di, 4.1. 16 Uhr
Begegnungsort Aufwind
Eisenbahnstraße 84
16225 Eberswalde
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Art der Veranstaltung / Kategorie
Gruppen/Kreise
Zielgruppe
Alle
Besondere Hinweise
Menschen, die einen nahen Angehörigen verlieren, geraten häufig in eine krisenhafte Situation. Manche fühlen sich nach einer langen Zeit der Pflege und des Abschieds völlig erschöpft. Andere stehen nach dem plötzlichen Verlust eines Menschen unter Schock. Gute Freundinnen und Freude halten sich fern, weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Hinzu kommt oft die Sorge, mit der eigenen Trauer anderen Menschen zur Last zu fallen. Es kostet viel Kraft, weiterzuleben. Da tut die verständnisvolle Atmosphäre einer Gruppe gut.

Leitung und Anmeldung: Pfarrerin Unterdörfel (0176 6297 4288) und Pfarrerin Giese. Ein Vorgespräch mit Pfarrerin Unterdörfel ist für die Teilnahme Voraussetzung.

Für Menschen, die keine Gruppe besuchen möchten, ist auch eine Einzelbegleitung durch Pfarrerin Unterdörfel am Wohnort oder im Pfarramt Werneuchen möglich.

Name der Ansprechperson
Pfarrerin Elke Unterdörfel
Telefon: 0176 6297 4288
e.unterdoerfel(at)kirche-barnim.de

Eingetragen von:
Evangelischer Kirchenkreis Barnim
Eisenbahnstraße 84
16225 Eberswalde
http://www.kirche-barnim.de/

Letzte Änderung am: 28.11.2021